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Verhältnis zu China : Ein Minenfeld wie im Kalten Krieg

Amerika und China blocken den amerikanischen Mobilfunkausrüster ZTE. Bild: Reuters

Behörden, Politik und Fachleute sehen die nationale Sicherheit gefährdet und warnen vor chinesischen Netzausrüstern in Deutschland. Selbst der Verfassungsschutz ist alarmiert.

          3 Min.

          Auch in Deutschland mehren sich Befürchtungen, dass die nationale Sicherheit aufgrund des steigenden Einflusses von Technikkonzernen aus Fernost stärker gefährdet sein könnte. Gerade sind Behörden in den Vereinigten Staaten und Großbritannien mit aller Schärfe gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE vorgegangen. Manche sehen ebenso Anbieter wie den Mobiltelefonhersteller und IT-Konzern Huawei als verkappte Spionage Chinas. Das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln bestätigt auf Anfrage die Bedenken und spricht von einem Sicherheitsrisiko. Jedes chinesische Unternehmen sei zur Zusammenarbeit mit den chinesischen Geheimdiensten verpflichtet, stellt Behördenchef Hans-Georg Maaßen fest. Die drei großen Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) arbeiten mit Huawei zusammen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Der ASW Bundesverband, der das Know-how hiesiger Unternehmen schützen will und in dem auch Dax-Konzerne vertreten sind, sieht Deutschland im Fadenkreuz von Wirtschaftsspionage. Angreifer wie China hätten sich hochprofessionell aufgestellt, sagt der Verbandsgeschäftsführer Jan Wolter. „Wir haben schon beobachtet, dass die Chinesen ausländische Unternehmen erst mit Aufträgen ins Land lockten, ihnen diese dann wieder weggenommen haben, um Druck auszuüben und sich als Investoren reinzudrängen. So wird Know-how abgesaugt.“

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