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Elektrischer Pick-up : VW und Foxconn sprechen über Partnerschaft in Amerika

  • -Aktualisiert am

Alles automatisch: Roboter schweißen die Karosserie in der Produktion des Modells Tiguan im VW-Stammwerk Wolfsburg. Bild: Visum

Schon länger will der asiatische Auftragsfertiger in die Autobranche einsteigen. Pläne von Volkswagen für eine neue US-Marke könnten das Projekt jetzt voranbringen.

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          Im Mai hatte der Volkswagen-Konzern beschlossen, eine traditionsreiche Marke in Amerika wiederbeleben zu wollen. Unter dem Namen „Scout“ wollen die Wolfsburger vom Jahr 2026 an einen vollelektrischen Pick-up und ein SUV auf den US-Markt bringen, verbunden mit der Hoffnung, dem schwächelnden Marktanteil im Land auf die Sprünge zu helfen. Jetzt laufen unter Hochdruck Gespräche darüber, in welcher Konstellation – allein oder mit Partnern – die neuen Fahrzeuge vor Ort produziert werden können.

          Wie die „Automobilwoche“ berichtet, zieht VW unter anderem den Auftragsfertiger Foxconn für eine Zusammenarbeit in Betracht. Mit dem Konzern aus Taiwan, der als Hersteller von Apple-Geräten bekannt geworden ist und zuletzt wegen Massenprotesten gegen harsche Corona-Restriktionen in seinem Werk im chinesischen Zhengzhou für Schlagzeilen sorgte, werde verhandelt, heißt es in dem Bericht. Allerdings sind die Gespräche in einem frühen Stadium, sodass unklar ist, ob die Kooperation zustande kommt. Aus Wolfsburg hieß es am Dienstag nur, man sei „sehr zufrieden mit den Fortschritten, die das Scout-Team macht, und mit der Begeisterung, die es bereits bei den heutigen Fans und zukünftigen Kunden auslöst“. Spekulationen über mögliche Partnerschaften kommentiere VW nicht.

          Die Wolfsburger fertigen in den USA vor allem in Chattanooga, wo seit 2011 ein eigenes VW-Werk steht. Für die neue Marke Scout ist nun eine eigene Fabrik geplant, deren Standort noch nicht feststeht. Der Konzern schließt nicht aus, die Produktion wie in Chattanooga in Eigenregie zu betreiben, prüft aber aus Kostengründen auch die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern wie Foxconn. Auch Magna Steyr aus Österreich ist offenbar als möglicher Partner im Gespräch.

          Für die Chinesen ist eine Zusammenarbeit mit VW interessant, weil sie neben der Elektronikindustrie auch den Einstieg in die Autobranche planen. Dem Bericht zufolge haben sie schon vor anderthalb Jahren eine alte Fabrik von General Motors im US-Bundesstaat Ohio erworben, um dort einmal E-Fahrzeuge zu bauen. Die Wolfsburger wiederum könnten Kosten sparen, wenn sie die Produktion von Scout an einen externen Partner vergeben. Außerdem wäre damit das Profil als eigenständige, vom VW-Konzern unabhängige Marke noch leichter zu kommunizieren, lautet ein Gedankenspiel der VW-Strategen. Sie wollen in den USA aus der Defensive kommen und haben das Ziel ausgerufen, den Marktanteil von zuletzt 4 auf 10 Prozent mehr als zu verdoppeln, auch um unabhängiger von Märkten wie China zu werden.

          Scout geht auf ein Modell des einstigen US-Herstellers International Harvester zurück, den VW im Jahr 2021 übernahm. Es genießt im Land Kultstatus und hat viele Fans, eine Beliebtheit, an die die Wolfsburger mit der Neuauflage anknüpfen wollen. Erster Schritt war die Gründung eines Unternehmens für Design, Entwicklung und Produktion in diesem Jahr. Prototypen sollen 2023 gezeigt werden. Die Leitung des neuen Unternehmens hat Scott Keogh übernommen, Ex-Regionalchef von VW in Nordamerika.

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