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Elektro-Autos : BMW, VW und BASF wollen Batteriezellen in Deutschland bauen

  • -Aktualisiert am

Auch VW braucht für seine E-Auto-Produktion in Dresden Batteriezellen. Bild: dpa

Die Batteriezellfertigung in Deutschland nimmt Fahrt auf. Sechs Konsortien interessieren sich für staatliche Unterstützung zum Bau von Batteriezell-Fabriken. Davon sollen auch die Kohleregionen profitieren.

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          Sechs Unternehmenskonsortien haben Interesse an staatlicher Unterstützung angemeldet, um in Deutschland eine Batteriezellenfabrik für Elektroautos aufzubauen. Das sagte am Donnerstag ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums und bestätigte damit einen Bericht des „Handelsblatts“.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Von den großen deutschen Autoherstellern wollen demnach BMW, VW sowie der französische PSA-Konzern mit seiner deutschen Tochtergesellschaft Opel die Förderung in Anspruch nehmen. Daneben wollen sich auch der Chemiekonzern BASF, der Deutsche-Post-Ableger Streetscooter und das schwedische Start-up Northvolt beteiligen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte im vergangenen November eine Milliarde Euro bis 2021 als Anschubhilfe in Aussicht gestellt.

          Ursprünglich sollten die Unternehmen ihre Anträge bis Jahresende einreichen. Da das Interesse aus der Industrie zunächst verhalten war, wurde die Frist später bis zum 15. März verlängert. Noch sind offenbar nicht alle eingegangen Anträge vollständig. Zudem bedarf es für die Förderung nicht nur der Zustimmung aus Berlin, sondern auch aus Brüssel.

          Nach dem EU-Beihilferecht sind derartige Subventionen an enge Bedingungen geknüpft. Voraussetzung  ist, dass es sich um ein wichtiges Projekt im gemeinsamen europäischen Interesse handelt und es technische Innovationen beinhaltet, die es heute so noch nicht gibt. Bislang kaufen die deutschen Autohersteller die Batterien für ihre Elektroautos großteils in Asien zu.

          Keine unmittelbare staatliche Beteiligung

          Anders als bei Airbus, das Altmaier gern als Vorbild für seine Vision von einer europäischen Industriepolitik anführt, soll es sich bei der Förderung um eine zeitlich befristete Anschubhilfe handeln. „Es ist nicht vorgesehen, dass es eine unmittelbare staatliche Beteiligung geben soll“, hatte Altmaier im Februar nach einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire gesagt. Frankreich hat 700 Millionen Euro für den Bau einer Batteriezellenfertigung in Aussicht gestellt.

          BMW hatte schon im vergangenen Sommer eine Kooperation mit dem chinesischen Unternehmen CATL verkündet, das in Thüringen in der Nähe von Erfurt eine Batteriezellenfertigung aufbauen will. Altmaier hofft auch auf einen Standort in der Lausitz, wo in den kommenden Jahren durch den Kohleausstieg Tausende Arbeitsplätze verloren gehen. Je Produktionsstätte rechnet das Wirtschaftsministerium mit 1000 bis 2000 Arbeitsplätzen.

          Die Produktion der Batteriezellen soll 2021 beginnen. Das Wirtschaftsministerium rechnet damit, dass der Bau einer Batteriezellenfabrik die Unternehmen rund 500 Millionen Euro kostet. Ziel sei es, dass bis zum Jahr 2030 rund 30 Prozent aller benötigten Batteriezellen auf der Welt aus Europa kämen. Bei Elektroautos mache die Batterie 40 Prozent der Wertschöpfung aus, rechnet der Wirtschaftsminister Managern immer wieder vor. Auf diese Arbeitsplätze könne Deutschland nicht verzichten.

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