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„Du wirst es nicht glauben“ : Google verbietet Clickbait-Werbung

Sogenannte Clickbait-Werbung ist ein ständiges Ärgernis für Internetnutzer. Bild: Bastian Benrath

„Klick hier, um mehr herauszufinden“ – Nutzern begegnen solchen Anzeigen online ständig. Nun geht Google dagegen vor.

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          Der Google-Konzern verschärft seine Werberichtlinien weiter und verbietet sogenannte Clickbait-Werbeanzeigen, welche Nutzer mit vermeintlichen Geheimnissen ködern, um sie zum Klicken zu animieren. Das geht aus einer online veröffentlichten Mitteilung des Internetkonzerns hervor. Die neuen Maßnahmen sollen demnach schon im kommenden Monat greifen.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Nicht mehr zugelassen werden damit Anzeigen, die „behaupten, Geheimnisse oder Skandale aufzudecken“. Dazu zählten auch Werbetexte wie: „Du wirst nicht glauben, was als nächstes passiert ist“ oder „Klick hier, um mehr herauszufinden“. Das gleiche gelte für Anzeigen, die „offensichtliche veränderte, reingezoomte Körperteile“ oder Vorher-Nachher-Vergleiche verwendeten, um „bedeutende Veränderungen am menschlichen Körper“ zu bewerben. 

          Solche Anzeigen dürften demnächst weitgehend der Vergangenheit angehören.
          Solche Anzeigen dürften demnächst weitgehend der Vergangenheit angehören. : Bild: Screenshot F.A.Z.

          Zudem verbietet Google Anzeigen, die versuchen, Leute mit dem Verweis auf Unfälle oder Todesfälle dazu zu bringen, schnell zu handeln. Als Beispiel nennt Google Anzeigen, die „Darstellungen schwerer Krankheit, Schmerzen, Angst oder von Schocks verwenden, um Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben“. Google dominiert das Geschäft mit Online-Werbeanzeigen. Nimmt der Konzern Änderungen an seinen Richtlinien vor, betrifft das schnell die gesamte Werbebranche.

          In der Corona-Krise hatte der Konzern etwa Anzeigen für Atemschutz-Masken untersagt. Im April hatte Google angekündigt, dass sich in Zukunft jeder Werbetreibende identifizieren muss. Für Unternehmen heißt das, dass sie künftig Dokumente einreichen müssen, „die zeigen, wer sie sind und in welchem Land sie aktiv sind“. Im Januar hatte Google die Branche zudem mit der Ankündigung in Aufregung versetzt, gewisse Cookies, die vor allem für das Aussteuern zielgerichteter Werbung genutzt werden, in zwei Jahren nicht mehr zuzulassen.

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