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Verhütungsapps : Warten auf den Sprung

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Wann ist es so weit? Im digitalen Zeitalter sagt das Handy den Eisprung voraus – und damit die fruchtbaren Tage. Bild: dpa

Immer mehr Frauen benutzen Apps, die den weiblichen Zyklus errechnen. Was den einen zur Verhütung dient, soll anderen den Kinderwunsch erfüllen. Ist das eine gute Idee?

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          Die moderne Frau braucht keine Pille und auch keine Kondome, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Sie verhütet einfach mit ihrem Smartphone. Dafür muss sie nur eine App runterladen und das Programm mit einigen wenigen Informationen füttern. Und schon rechnet ein Algorithmus vor, wann man beim Geschlechtsverkehr besonders achtsam sein muss. Die fruchtbaren Tage, der Eisprung, die nächste Regel: Über all das informiert das Handy.

          Die Start-up-Szene hat die digitale Gesundheit für sich entdeckt – und das Geschäft floriert. Laut einer Prognose der Unternehmensberatung Roland Berger wird der Umsatz im globalen „Digital Health“-Segment in diesem Jahr 142 Milliarden Dollar betragen, bis 2020 soll er sogar auf mehr als 200 Milliarden Dollar wachsen. In den Vereinigten Staaten sollen schon 60 Prozent der Bevölkerung Gesundheitsapps nutzen, die Hälfte davon sind Frauen. In Deutschland, wo nach einer aktuellen Umfrage zumindest jeder Fünfte solche Programme benutzt, ist die Mehrheit der Nutzer weiblich.

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