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In Nördlingen : Was Varta mit einer neuen Fabrik für Batteriezellen vorhat

Varta wächst weiter. Bild: dpa

Sie heißen Coin-Power und stecken in drahtlosen Kopfhörern. Für die Produktion dieser Zellen bekommt Varta Geld vom Staat – wegen der strategischen Bedeutung.

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          Genau ein Jahr ist es her, dass Varta die Zusage für eine Förderung über 300 Millionen Euro erhielt – für Projekte rund um Batteriezellen, in Forschung und Entwicklung sowie in „erste industrielle Anwendungen“. Weithin sichtbar ist nun eine neue Batteriezellfabrik in Nördlingen entstanden. Der Standort nahe dem Varta-Unternehmenssitz in Ellwangen liegt schon in Bayern, weshalb die 100 Millionen Euro für diese Fabrik teils aus dem bayerischen Haushalt kommen und somit der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Montag zur Einweihung anreiste. „Es liegt in unserem strategischen Interesse, dass wir bei dieser Schlüsseltechnologie Marktanteile zurückerobern“, erläuterte Aiwanger die Förderpolitik der öffentlichen Hand.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Wer vorne mit dabei sein will, muss immer neue und immer bessere Batterien präsentieren“, sagte Varta-Vorstandschef Herbert Schein. Es brauche den politischen Willen und die Vision, Innovationskraft und Technologie in Europa zu halten, lobte er. Das Interesse der Menschen an mehr Flexibilität werde von Varta durch Innovationen für mobile, zuverlässige Energie befriedigt. In Nördlingen produziert Varta vor allem die kleinen Lithium-Ionen-Zellen, Coin-Power genannt, die vor allem in drahtlosen Kopfhörern der Premiumklasse verbaut sind, die gleichzeitig Sprachsteuerung über Bluetooth sowie Lärmunterdrückung ermöglichen.

          Durch die Fabrik sollen nach Varta-Angaben 600 Arbeitsplätze entstehen. Die Produktion soll innerhalb der nächsten zwei Jahren CO2-neutral werden, etwa indem Abwärme der Maschinen für die Trockenräume und Klimatisierung genutzt wird. Der Neubau, der an bestehende Gebäude anschließt, schafft auf zwei Stockwerken eine Produktionsfläche von 15.000 Quadratmetern, sodass am Standort Nördlingen nun insgesamt 60.000 Quadratmeter Produktionsfläche bestehen. Damit sei die Infrastruktur für weiteres Wachstum geschaffen, heißt es in einer Mitteilung von Varta. Neue Kundenaufträge seien schon im Produktionsanlauf in dieser Fabrik.

          Über Details solcher Aufträge spricht man generell nicht ohne Zustimmung des jeweiligen Kunden. So kommt es auch, dass es vorige Woche einige Verwirrung um einen Auftrag aus dem Automobilsektor gab. Am Montag, als Porsche den Bau einer kleinen Fabrik für besondere Batteriezellen im Hochleistungsbereich ankündigte, sackte der Kurs der Varta-Aktie zunächst ab – weil Porsche für dieses Projekt einen anderen Partner vorstellte.

          Mittlerweile wird von Varta aber sehr wohl bestätigt, dass es einen Auftrag vom Sportwagenhersteller Porsche gibt, wenn auch offenbar anderer Art. Über Details aber dürfe man nichts sagen. Die fragliche Batterie von Varta mit dem Markennamen V4Drive soll neue Anwendungsfelder für Varta erschließen, gerade auch im Bereich der Elektromobilität.

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