https://www.faz.net/-gqe-9tpu8

Amerikanischer Fahrdienst : Uber verliert Lizenz für London

Ein Londoner Taxifahrer steht während einer Demonstration gegen den Fahrdienstvermittler Uber auf der Motorhaube seines Taxis. Bild: dpa

Horrornachricht für Uber: Der Fahrdienstvermittler muss sein Angebot in der britischen Hauptstadt vorerst einstellen. Die Regulierungsbehörde spricht von einem „Muster des Versagens“ und gravierenden Sicherheitsmängeln.

          2 Min.

          Es ist ein massiver Rückschlag für Uber. Der Fahrdienstvermittler verliert in der britischen Hauptstadt wegen Sicherheitsbedenken seine Betriebsgenehmigung. Die Regulierungsbehörde Transport for London sprach am Montag von einem „Muster des Versagens“, das die Sicherheit der Fahrgäste gefährde. Daher sei Uber derzeit nicht geeignet („not fit and proper“), Fahrdienstleistungen zu vermitteln. Ein wichtiger Faktor für die Entscheidung sei gewesen, dass Ubers Computersystem es nicht autorisierten Fahrern erlaubten, ihre Fotos auf andere Uber-Fahrerkonten zu laden und dann Passagiere mitzunehmen. Das sei Ende 2018 und Anfang 2019 mindestens 14.000 mal geschehen. „Die Sicherheit ist unseres absolute Top-Priorität“, sagte Helen Chapman, die für Lizenzen zuständige Direktorin bei der Behörde Transport for London, die letztlich dem Bürgermeister Sadiq Khan untersteht. Uber hat Widerspruch gegen die Entscheidung angekündigt.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Für den Fahrdienstvermittler aus Kalifornien ist der – vorläufige – Verlust der Lizenz für London eine Horrornachricht. Immerhin ist die britische Hauptstadt als größte Stadt Westeuropas mit fast 9 Millionen Einwohnern ein sehr wichtiger Markt für Uber. Der Taxidienstvermittler hat in London nach eigenen Angaben 45.000 Fahrer, viele davon Teilzeitfahrer. Seit 2012 ist Uber in London im Einsatz. Nach Schätzungen haben schon 3 Millionen Londoner die Uber-Dienste genutzt.

          Aktie verliert

          Im Jahr 2017 erlitt das Unternehmen erstmals einen Rückschlag in London, als TfL entschied, Uber sei nicht geeignet, Fahrdienste zu vermitteln; Uber bekam seitdem nur befristete Genehmigungen. Hauptkritik waren damals wie heute Sicherheitsmängel. Seitdem hat das von Dara Khosrowshahi geleitete kalifornische Unternehmen in London einige Dinge geändert, wie TfL anerkennt, doch die Verbesserungen seien nicht ausreichend. Gegenspieler von Uber ist der Londoner Taxifahrer-Verband LTDA. Er vertritt die Interessen der Betreiber der traditionellen schwarzen Taxis, der „Black Cabs“. Rund 21.000 registrierte Taxis fahren durch die Hauptstadt. Aus Protest gegen Uber haben Black-Cab-Fahrer Demonstrationen und Straßenblockaden veranstaltet.

          Uber Technologies

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Ein Verlust der Londoner Lizenz ist für Uber ein massiver Rückschlag. Das kalifornische Unternehmen, das Verluste macht, ist im Mai 2019 in New York an die Börse gegangen. Seitdem ist der Kurs drastisch gefallen. Vom Ausgabekurs von 45 Dollar – das entsprach einer Bewertung des Unternehmens mit 82 Milliarden Dollar, ist der Kurs um fast 35 Prozent gesunken und lag zuletzt bei 29,50 Dollar. Nach der Londoner Entscheidung könnten am Montag an der New Yorker Börse weitere Kursverluste drohen. Vorbörslich verlor der Aktienkurs zwischenzeitlich mehr als 6 Prozent und notierte auf weniger als 27,70 Dollar.

          In Europa kämpft das Unternehmen an mehreren Fronten mit Rechtsstreits und Verboten. In Deutschland hat Uber seinen Dienst UberPop 2015 beenden müssen, weil er gegen das Personenbeförderungsgesetz verstößt. 2018 verbot das Bundesverfassungsgericht den (schon eingestellten) Limousinendienst Uber Black. UberTaxi gibt es in fünf deutschen Großstädten Berlin, München, Köln, Düsseldorf und Frankfurt, doch die Marktanteile sind eher klein verglichen mit den traditionellen Taxis.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.