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Plattform kehrt zurück : Trump-Anhänger können sich wieder auf Parler austauschen

  • Aktualisiert am

Parler ist wieder online. Bild: EPA

Etwa einen Monat war die Plattform offline: Jetzt ist Parler wieder erreichbar – und hat auch einen neuen Chef.

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          Die bei Anhängern des ehemaligen Präsidenten Donald Trump und der amerikanischen Rechten populäre Twitter-Alternative Parler ist nach einer gut einmonatigen Zwangspause wieder online. Am Montag konnten laut amerikanischen Medienberichten wieder Nachrichten abgesetzt und auch neue Accounts angelegt werden. Dagegen gab es in Deutschland noch Probleme: Der Versuch, auf Inhalte in der App zuzugreifen, war zunächst erfolglos. Auch Konten anderer Nutzer ließen sich in einem Test nicht aufrufen.

          Parler war Mitte Januar nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch Trump-Anhänger vom Netz gegangen. Der Grund war, dass Amazon als Infrastruktur-Dienstleister die Plattform unter Verweis auf Gewaltaufrufe von den Servern warf. Zunächst blieb unklar, wer jetzt der technische Dienstleister von Parler ist.

          Das Tech-Magazin „The Verge“ berichtet, bestehende Konten seien übernommen worden, nicht aber alte Botschaften. Bekannte Nutzer der Plattform wie der Fox-Moderator Sean Hannity hätten auch schon neue Botschaften verbreitet. Zudem hat die Plattform auch eine neue Führung: Mark Meckler, der zuvor die rechte Gruppierung „Tea Party Patriots“ mitgegründet hat, übernimmt dem Bericht zufolge vorübergehend als Chef. Der vorherige Chef, der Mitgründer John Matze, war laut eigenen Angaben von Rebekah Mercer, der Hauptgeldgeberin der Plattform, rausgeschmissen worden.

          Parler umwarb Trump

          Parler bezeichnete sich als auf Redefreiheit fokussierte Online-Plattform. In der Realität erinnerte es stark an eine Art Twitter-Kopie. Die noch verhältnismäßig kleine Plattform – als sie offline ging, soll sie mehr als 15 Millionen Nutzer gehabt haben – verzichtete weitgehend auf Regulierung von Inhalten und unternahm damit auch wenig gegen Hassreden, Drohungen und die Verbreitung falscher Informationen. Angesichts eines zunehmend härteren Vorgehens von Twitter und Facebook gegen Gewaltaufrufe und Verschwörungstheorien wanderten schon im vergangenen Jahr verstärkt Trump-Anhänger zu Parler ab.

          Trump war nach der Attacke auf das Parlamentsgebäude bei Twitter und Facebook gesperrt worden. Twitter – die für ihn bis dahin mit Abstand wichtigste Plattform – betonte vergangene Woche schon, dass es für den einstigen Präsidenten keinen Weg zurück gebe. Facebook lässt die Blockade noch von einem unabhängigen Gremium prüfen, das die Entscheidungen des Online-Netzwerks rückgängig machen kann.

          Laut Medienberichten umwarb Parler Trump schon, als dieser noch Präsident war – mit dem Vorschlag, die App zu seinem exklusiven Kommunikationskanal zu machen. Personen in Trumps Umfeld hatten Parler immer wieder als Alternative zu Twitter oder Facebook beworben, weil diese angeblich konservative Ansichten unterdrückten.

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