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Überwachung in China : Ein Code, sie alle zu finden

Alles und alle ständig im Blick. Menschen auf der Nanjing Road in Schanghai in einer Fotomontage. Bild: iStock

Peking nutzt die Krise, um mit Kameras, Apps und Künstlicher Intelligenz das Volk noch stärker auszuspionieren als bisher. Das hat damit anscheinend kein Problem.

          7 Min.

          Als Anfang der vergangenen Woche der mutmaßliche Mörder Wang Mou in Zhucheng, einer der mehr als einhundert chinesischen Millionenstädte, sich auf der Polizeiwache der Staatsmacht stellte, ging eine lange Flucht zu Ende. Elf Jahre hatte sich Wang in der Provinz Shandong versteckt, nachdem er am Abend des 6. Septembers 2009 in seinem Dorf nahe Hangzhou in handgreiflichen Streit geraten war – am Ende war der andere tot, Wang floh fast 900 Kilometer gen Norden.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Aus Angst, von den Behörden entdeckt zu werden, vermied er jeden Kontakt zu seiner Familie und schloss keine Freundschaften. Er reiste nicht, weil er dazu seinen Personalausweis gebraucht hätte, und er besaß kein Mobiltelefon. Seinen Lebensunterhalt verdiente Wang als Tagelöhner; eine Frau hatte er nicht. Das hielt ihn unter dem Radar des Überwachungsstaats – bis die chinesische Corona-Warn-App kam.

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