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Musikdienst Tidal : Jack Dorsey schließt Pakt mit Jay-Z

  • Aktualisiert am

Jay-Z im Januar 2019 Bild: Reuters

Twitter-Chef Dorsey übernimmt mit seinem Bezahldienst Square die Mehrheit an Tidal. Es ist nicht die erste Zusammenarbeit der beiden Unternehmer.

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          Der Musikdienst Tidal von Rap-Star Jay-Z bekommt einen neuen Besitzer: Der Bezahldienst Square des Twitter-Chefs Jack Dorsey übernimmt für 297 Millionen Dollar die Mehrheit. Jay-Z soll als Teil des Deals in den Verwaltungsrat von Square einziehen, wie der Bezahldienst am Donnerstag mitteilte.

          Dorsey hatte Square während einer Auszeit bei Twitter gegründet und steht an der Spitze beider Unternehmen. Er selbst warf in einer Serie von Tweets die offensichtliche Frage auf, wie ein Streaming-Dienst und ein Finanzdienstleister zusammenpassen. Seine Antwort: Es gehe um neue Wege, wie Musiker mit ihrer Arbeit Geld verdienen könnten.

          Square habe mit seinem Smartphone- und Tablet-Kassensystem neue Chancen für kleine Händler geschaffen. Die Erfahrung könne auch in der Musikbranche nützlich sein, argumentierte Dorsey. „Wir werden an ganz neuen Hörerlebnissen arbeiten, um die Fans näher zusammenbringen.“ Es gehe auch um eine einfache Integration des Verkaufs von Fanartikeln, moderne Werkzeuge für Zusammenarbeit und zusätzliche Erlösströme.

          Auch Alicia Keys und Chris Martin halten Tidal-Anteile

          Tidal war 2014 von einem norwegischen Unternehmen gestartet worden, im Jahr darauf übernahmen Jay-Z und mehrere andere Stars den Streaming-Anbieter mit der Idee, einen Musikdienst zu schaffen, der den Künstlern selbst gehört. Tidal war unter anderem ein Vorreiter beim Streaming von Musik in besserer Qualität für einen höheren Abo-Preis. Insgesamt blieb der Dienst jedoch ein Nischenangebot weit hinter den größten Anbietern Spotify, Apple und Amazon Music.

          Marktführer Spotify hatte kürzlich angekündigt, im Laufe des Jahres „in ausgewählten Märkten“ ein Hifi-Abo einführen, das „CD-Qualität“ bieten soll. Sowohl der kleinere Konkurrent Deezer, als auch Amazon verfügen schon über ein Hifi-Angebot. Der Dienst Qobuz bieten ebenfalls eine bessere Tonqualität an, als sie etwa das normale Spotify-Abonemment für 9,99 Euro verspricht. 

          Die anderen an Tidal beteiligten Künstler sollen derweil ihre Anteile behalten, hieß es. Laut der Tidal-Webseite zählen hierzu etwa Alicia Keys, Coldplay-Frontmann Chris Martin oder auch Madonna. Square zahlt den Betrag von umgerechnet rund 247 Millionen Euro in einer Mischung aus Bargeld und Aktien.

          Dorsey (44) und Jay-Z (51) starteten schon im Februar gemeinsam einen Bitcoin-Fonds, der Projekte mit der Kryptowährung finanzieren soll, zunächst mit Fokus auf Entwicklerteams in Afrika und Indien. Im vergangenen Sommer wurden sie bei einem Jacht-Ausflug in der Nähe von New York fotografiert. Das sorgte schon damals für Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit.

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