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Twitter, Telegram, WhatsApp : Wie die Taliban kommunizieren

Auf der Suche nach Vernetzung: Für die Taliban ist das Smartphone extrem wichtig geworden. Bild: AFP

Die ultakonservative Terrorgruppe nutzt moderne Plattformen, die auch im Westen beliebt sind. Die Techkonzerne stellt das vor große Herausforderungen: Während Trump auf Twitter gesperrt ist, haben Taliban-Sprecher hunderttausende Follower.

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          Im April 2016 gingen die Taliban unter die App-Entwickler. Im Google Play Store veröffentlichten sie eine App namens „Alemarah“, auf der sie Videos und offizielle Mitteilungen verbreiteten. Lange war die App allerdings nicht verfügbar. Die Gruppierung, die Afghanistan wieder unter ihre Kon­trolle gebracht hat, machte technische Gründe dafür verantwortlich. Vermutlich hatte aber der Google-Konzern die App wieder entfernt.

          Gustav Theile
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es passt zwar weder zur ultratraditionalistischen Ideologie noch zum Anti-Amerikanismus der Taliban, doch sie nutzen westliche Plattformen und Programme ausgiebig. Sie seien technologisch sehr gerissen, sagt Emerson Brooking. Er ist Fachmann für die Kommunikation von Terroristen am Atlantic Council, einem Think-Tank in Washington D.C. WhatsApp sei eine der wichtigsten Apps für die Terrorgruppe. „Sie haben auch schon 2015 eine robuste Telegram-Präsenz aufgebaut“, sagt er. „Aufständische müssen sich generell schnell an neue Technologien anpassen, um gegen ihre mächtigeren Gegner zu bestehen“, analysiert er. „Die Taliban sind eine sehr alte Widerstandsbewegung, jetzt sind sie eine der ersten erfolgreichen des 21. Jahrhunderts.“

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