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Wegen Urheberrechtsbeschwerden : Twitter löscht Trumps Floyd-Video

  • Aktualisiert am

Trump musste sich für seinen Umgang mit den Massenprotesten Kritik gefallen lassen. Bild: AP

Wieder wird Twitter bei Präsident Trump aktiv und deaktiviert ein Video zum Gedenken an George Floyd. Derweil halten die Proteste gegen Rassismus den zehnten Tag in Folge an.

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          Kurz nach der Trauerfeier zum Tod des Afroamerikaners George Floyd hat Twitter das Video des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu dessen Gedenken deaktiviert. Der Kurznachrichtendienst begründete den Schritt am Freitag mit Urheberrechtsbeschwerden, die eingereicht worden seien. Das Video besteht aus Fotos und Videosequenzen von Protestmärschen und Gewaltszenen – unterlegt mit Worten von Trump.

          Das Video war zunächst von Mitarbeitern des Präsidenten bei der Videoplattform Youtube hochgeladen worden und am 3. Juni bei Twitter. Bei Youtube kann es weiterhin abgerufen werden. Der weltgrößte Suchmaschinenanbieter Google, dem Youtube gehört, war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

          Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter aktiv wird und Tweets von Trump im Nachgang mit Warnhinweisen versieht. Das Unternehmen ist deswegen von der Regierung bereits scharf kritisiert worden. Inzwischen hat Trump eine Verordnung unterzeichnet, die gewisse Schutzmechanismen für Online-Plattformen außer Kraft setzen könnte.

          Klagen gegen Trump und Barr

          Unterdessen gingen in den Vereinigten Staaten Menschen den zehnten Tag in Folge auf die Straße, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Der 46 Jahre alte Floyd war gestorben, nachdem ihn ein Polizist minutenlang mit dem Knie zu Boden gedrückt hatte. Der bekannte Bürgerrechtler Al Sharpton forderte deswegen auf einer Trauerfeier in Minneapolis, wo Floyd ums Leben kam: „Nehmt Eure Knie von unseren Hälsen.“

          Präsident Trump war für seinen Umgang mit den Massenprotesten in Folge Floyds Tod, seine fehlende Empathie und Mängel im Kampf gegen Rassismus kritisiert worden. Nun droht auch juristischer Ärger: Mehrere Bürgerrechtsorganisationen haben nach dem jüngsten Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten Klage gegen Trump und Justizminister William Barr eingereicht. Die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) und andere Gruppen wollen einen Beschluss erwirken, wonach Trump, Barr und andere ihre
          verfassungsmäßigen Rechte verletzt haben. Barr war dafür kritisiert worden, dass er friedliche Demonstranten am Montag durch Bundesbeamte mit Gewalt aus der Umgebung des Weißen Hauses vertreiben ließ.

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