https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/twitter-besteht-auf-kaufvereinbarung-mit-elon-musk-18166567.html

Kaufvereinbarung : Twitter schlägt gegen Elon Musk zurück

Was wird geschehen? Elon Musk wollte vor einiger Zeit noch Twitter kaufen. Bild: dpa

Der reichste Mann der Welt wollte Twitter erst kaufen, dann aber doch nicht. Der Internetkonzern will Elon Musks Rückzieher nicht hinnehmen – und besteht auf der Kaufvereinbarung.

          1 Min.

          Elon Musk hat am vergangenen Freitag die Vereinbarung zum Kauf von Twitter für aufgehoben erklärt. Am Montag hat der Internetkonzern zurückgeschlagen und sich von Musks Manöver demonstrativ unbeeindruckt gezeigt. Ein Anwalt des Unternehmens schrieb in einem Brief an Musks Anwalt, die „angebliche Aufhebung“ des Abkommens sei „ungültig und unrechtmäßig“: „Die Vereinbarung ist nicht aufgehoben.“ Twitter verlange von Musk, seinen Verpflichtungen in dem Vertrag nachzukommen und Anstrengungen zu unternehmen, die Transaktion zu vollziehen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Musks Anwalt hat Twitter am Freitag bei der Ankündigung des Rückziehers mehrere Verstöße gegen Klauseln in dem Vertrag vorgeworfen. Er verwies auf die Sorge um die Zahl von „Spam“- oder „Fake“-Konten auf Twitter, hinter denen keine echten Nutzer stecken. Twitter sagt, deren Anteil an den veröffentlichten Nutzerzahlen liege bei weniger als 5 Prozent, Musk behauptet, es könnten deutlich mehr sein. In dem Brief warf sein Anwalt Twitter vor, „falsche und irreführende Angaben“ gemacht und ihm Informationen vorenthalten zu haben. Dies könnte einen „Material Adverse Effect“ zur Folge haben, wie er in dem Vertrag als Basis zur Auflösung des Übernahmeabkommens beschrieben worden sei, also eine schwerwiegende negative Veränderung der Umstände.

          Twitter zeigte sich schon unmittelbar nach Bekanntwerden dieses Briefs kampfbereit und kündigte an, vor Gericht ziehen zu wollen. Das Unternehmen sagte, es sei entschlossen, die Transaktion zu den ursprünglichen Konditionen durchsetzen zu wollen.

          Die Finanzmärkte sind freilich immer skeptischer. Am Montag fiel der Aktienkurs von Twitter um 11 Prozent auf 32,65 Dollar. Er ist weit vom mit Musk ausgehandelten Übernahmepreis von 54,20 Dollar entfernt, was einer Gesamtsumme von 44 Milliarden Dollar entspricht.

          In dem Brief am Montag schrieb Twitters Anwalt, das Unternehmen habe anders als von Musk behauptet keine Verpflichtungen im Kaufvertrag verletzt. Es gebe keinen „Material Adverse Effect“.

          Weitere Themen

          Elon Musk kapituliert

          Twitter-Kauf : Elon Musk kapituliert

          Der Tesla-Chef macht eine abrupte Kehrtwende und bietet an, Twitter nun doch zum vereinbarten Preis zu kaufen. Twitter plant den Verkauf an Elon Musk abzuschließen. Damit fällt der Showdown vor Gericht vermutlich aus.

          Topmeldungen

          Wladimir Putin beim informellen GUS-Gipfel in Sankt Petersburg

          Wladimir Putin wird 70 : Ein einsamer Tag voller Arbeit

          Der Jubeltag des Präsidenten sollte ein ganz normaler Tag sein. Die Armeeführung ist bemüht, „zurückgeschlagene Angriffe“ und „vernichtete“ ukrainische Soldaten zu vermelden.

          Friedensnobelpreis : Gemeinsamer Kampf auf beiden Seiten der Front

          Das Nobelkomitee ehrt in diesem Jahr Aktivisten und Organisationen aus Belarus, Russland und der Ukraine. Auch in Kiew wäre die demokratische Entwicklung ohne den Druck der Zivilgesellschaft nicht möglich gewesen.
          Zuletzt beim Alten Fritz? In Berlin ging schon lange nichts mehr glatt.

          Fraktur : Die Qual der Wahl

          Müssen in Berlin wirklich noch einmal alle Parteien auf dem Stimmzettel stehen? Auch die Entscheidung zwischen Schlottern und Surfen fällt nicht leicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.