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Trotz Gaia-X : OVH und Google bauen Cloud-Angebot

OVH und Google bauen ein Cloud-Angebot. Bild: dpa

Der französische Cloud-Anbieter ist Gründungsmitglied von Europas Cloud-Allianz Gaia-X. Trotzdem kooperiert er nun mit Google. Was steckt dahinter?

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          Das französische Unternehmen OVH-Cloud geht eine Partnerschaft mit Google ein. Die Firma aus Nordfrankreich, die sich als führender Cloud-Anbieter Europas sieht, will Unternehmenskunden und Organisationen auf diesem Weg „die modernste Technologien auf Basis einer sicheren und souveränen Cloud-Infrastruktur zur Verfügung stellen“, wie das Unternehmen in dieser Woche mitteilte.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Diese Mitteilung kann überraschen, haben wichtige Akteure auf dem Markt für Cloud-Dienstleistungen in jüngerer Zeit doch die Wahrung der europäischen Souveränität zum Ziel erklärt. Gerade die Regierungen von Frankreich und Deutschland treiben die europäische Initiative Gaia-X voran, die Europas Unabhängigkeit gegenüber den dominierenden amerikanischen Anbietern sichern soll.

          OVH-Cloud, an Gaia-X beteiligt, betont indes, dass durch die Kooperation mit Google genau dies gelinge. Denn Google habe sich bereit erklärt, wichtige Prinzipien zu respektieren, welche die europäische Souveränität gewährleisten. Das gelte im Hinblick auf Datenschutz, darunter die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die Sicherheit der Daten, Überprüfbarkeit sowie Interoperabilität mit anderen Clouds und die Möglichkeit für die Kunden, vergleichsweise leicht zu anderen technischen Lösungen und Anbietern zu wechseln.

          „Keine Daten werden Europa verlassen“

          „Wir bieten das Beste aus zwei Welten und sichern dabei die europäische Souveränität“, sagt Sylvain Rouri, Vertriebsvorstand von OVH-Cloud, im F.A.Z.-Gespräch. Google werde im Wesentlichen die Software und die Applikationen im Rahmen seiner „Open-Source-kompatiblen Anthos-Technologie“ liefern. Diese Technologie werde in der OVH-Infrastruktur eingesetzt, die vollständig von OVH-Mitarbeitern in Europa betrieben werde und etwa nur Server in Frankreich nutze.

          „Keine Daten werden Europa verlassen“, verspricht Rouri. Die Server wurden von OVH gebaut, die Datenzentren gehörten bis zu den Grundstücken, auf denen sie sich befinden, dem französischen Unternehmen. „Und wenn wir andere als Server in Frankreich benutzen, dann ist das nächste Land Deutschland“, kündigt Rouri an. Die Partnerschaft mit T-Systems könne dafür die Grundlage bilden. OVH betreibt rund dreißig Datenzentren weltweit, darunter eines in Limburg bei Frankfurt sowie in Ländern wie Polen, Großbritannien, Australien oder den Vereinigten Staaten.

          OVH wird von der Beratungsgesellschaft IDC als achtgrößter Cloud-Anbieter der Welt gehandelt. Im Zusammenhang mit der Diskussion in Europa wendet sich Vertriebschef Rouri gegen einen europäischen Protektionismus. „Wir wollen die Freiheit haben, das Beste aus den digitalen Innovationen zu machen. Und diese kommen von überall her“.

          Unabhängige Experten halten es auch für illusorisch, dass Europa heute noch eine komplette eigene Cloud mit Datenspeichern und verschiedenen Werkzeugen aufbauen könne. Dieser Zug sei abgefahren, weil die großen Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google schon seit Jahren Milliarden in diese Technologie investieren. Die Transaktion von OVH und Google sei daher „nachvollziehbar“, meint Peter Heidkamp, Partner bei KPMG. „In Europa ein rein europäisches Angebot aufzubauen, dürfte unrealistisch sein. Insofern ist es naheliegend, amerikanische Anbieter in ein Angebot zu integrieren, das europäischen Ansprüchen an Transparenz, Sicherheit und Datenschutz genügt“, sagt er.

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