https://www.faz.net/-gqe-a24eq

Trump gegen Peking : Trennungs-Schmerz

Mehr als 1 Milliarde Menschen auf der ganzen Welt nutzen Wechat. Bild: dpa

Der Preis der digitalen Entkopplung zwischen Amerika und China hoch. Doch auf beiden Seiten des Pazifiks sind derzeit Regierungen an der Macht, die womöglich bereit sind, ihn zu zahlen.

          1 Min.

          Die amerikanische Regierung knöpft sich eine weitere prominente chinesische App vor – Wechat. Washington eskaliert mit diesem Schritt den Streit der Wirtschaftsmächte abermals. Denn dieser Dienst symbolisiert den erfolgreichen technischen Fortschritt der Volksrepublik wie kaum ein anderes Angebot, mehr noch als Tiktok.

          Das dahinterstehende Unternehmen Tencent ist ein Internetweltkonzern, der für den Anspruch der Führung in Peking steht, digitale Maßstäbe zu setzen auch in anderen Ländern. Die Trump-Administration geht dagegen nun zunehmend aggressiv vor. Sie will nicht länger zulassen, dass China weiterhin beliebte amerikanische Online-Dienste wie Google und Facebook blockiert, „eigene“ Produkte aber uneingeschränkt expandieren darf – und führt damit ein durchaus valides Argument an.

          Technisch steht diesem Ansinnen, zumindest bezogen auf die chinesischen Apps, wenig entgegen, juristisch scheint die Angelegenheit weniger klar. Doch was folgt daraus langfristig? Schränkt Peking irgendwann doch Apple oder amerikanische Chiphersteller auf dem für sie wichtigen chinesischen Markt ein?

          Der Preis der digitalen Entkopplung ist hoch. Doch womöglich sind auf beiden Seiten des Pazifiks derzeit Regierungen an der Macht, die bereit sind, ihn zu zahlen.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Der Chip-Krieg

          FAZ Plus Artikel: Amerika gegen China : Der Chip-Krieg

          Computerchips sind das neueste Machtinstrument, das Amerika gegen China einsetzt. Dahinter steht eine eng verflochtene Industrie, die bis in den deutschen Mittelstand hineinreicht.

          Topmeldungen

          „Die Milliardenvermögen dieser Welt beruhen doch auch auf Enteignung“, sagt Janine Wissler.

          Janine Wissler : Die sozialistische Versuchung

          Janine Wissler soll künftig „Die Linke“ führen. Sogar ihre politischen Gegner loben ihr Talent. Da könnte man fast vergessen, dass sie den Umsturz will.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.