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Autos der Zukunft : Toyota kauft 300 Softwareingenieure für das autonome Fahren

Toyota treibt seine Forschung eher unauffälliger voran. Bild: dpa

Der amerikanische Mitfahrdienst Lyft gibt die Entwicklung von Roboterautos auf. Toyota greift zu – hat aber noch mehr vor.

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          Toyota Motor, der größte Automobilhersteller der Welt, kauft die Entwicklungsabteilung „Level 5“ für autonomes Fahren des amerikanischen Fahrdienstleisters Lyft. Toyotas Tochtergesellschaft Woven Planet zahlt für die mehr als 300 Softwareingenieure 550 Millionen Dollar.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Für Lyft ist es der Abschied von der autonomen Entwicklung autonomer Autos. Der Dienstleister folgt damit dem großen Konkurrenten Uber, der seine entsprechenden Aktivitäten schon im vergangenen Jahr an der Start-up Aurora Innovation verkauft hatte.

          Toyota ist mit seinen Aktivitäten in Richtung autonomes Fahren bislang nicht groß aufgefallen. Das Unternehmen wollte ursprünglich bei den Olympischen Spielen in Tokio im vergangenen Jahr auf definierten Strecken einen fahrerlosen Fahrdienst anbieten. Dieses Vorhaben wurde aber mit den Olympischen Spielen wegen der Covid-Pandemie verschoben. Vor kurzem stellte Toyota in Japan einen Lexus und das Brennstoffzellenauto Mirai vor, die zum Beispiel auf Autobahnen eigenständig die Spur wechseln könne. Das Fahrzeug entspricht in der Einstufung des autonomen Fahrens der Stufe 2.

          Die intelligente Stadt

          Die Japaner verfolgen die Entwicklung hin zum selbstfahrenden Auto in zwei Stoßrichtungen. Das Projekt Toyota Guardian soll Fahrassistenzsysteme entwickeln, während das Projekt Toyota Chauffeur ganz auf selbstfahrende Autos zielt. Mit dem Zukauf der Lyft-Entwicklungsabteilung stockt Toyota die Entwicklungskapazität für autonomes Fahren deutlich auf.

          Rund 1200 Wissenschaftler und Softwareentwickler von Woven Planet, des Toyota Research Instituts und von „Level 5“ bildeten künftig ein „Traumteam“, heißt es in der für Toyota ungewöhnlich blumigen Pressemitteilung. In der Tochtergesellschaft Woven Planet hatte Toyota Anfang dieses Jahres die Entwicklungsaktivitäten rund um das autonome Fahren, aber auch um die intelligente Stadt „Woven City“ gebündelt, die in der Nähe des Vulkans Fuji in Japan entsteht.

          Toyota zahlt dem Mitfahrdienst Lyft 200 Million Dollar direkt und 350 Million Dollar über die kommenden fünf Jahre. Das Geschäft soll nach Zustimmung durch Aufseher im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Toyota erhält als Teil des Geschäfts auch Zugriff auf Flottendaten von Lyft.

          Der japanische Autohersteller hatte erst vor drei Jahren 500 Million Dollar in Uber Technologies investiert, um die Entwicklung selbstfahrender Mitfahrautos voranzutreiben. Als Folge dieser Investitionen hält Toyota nun Anteile an den Start-up Aurora Innovation und hatte angekündigt, mit diesem Unternehmen zusammenzuarbeiten. Toyota ließ am Dienstag unklar, ob das Engagement mit Aurora im Konflikt zu dem Zukauf der Lyft-Entwicklungsabteilung steht.

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