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Beliebte chinesische App : Tiktok-Verbot für Amazon-Belegschaft soll Versehen gewesen sein

  • Aktualisiert am

„Es gibt aktuell keine Änderung an unseren Richtlinien mit Blick auf Tiktok“, heißt es von Amazon. Bild: AFP

Wer auf dem Handy Zugriff auf seine Amazon-Mails hat, solle Tiktok löschen. Diese Aufforderung erhielten Mitarbeiter des amerikanischen Konzerns am Freitag. Wenig später ist von einem Irrtum die Rede.

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          Der Online-Riese Amazon hat seine Belegschaft nach eigenen Angaben versehentlich aufgefordert, die chinesische Videoapp Tiktok von ihren Smartphones zu entfernen. Eine entsprechende E-Mail mit einer Löschaufforderung an Angestellte sei irrtümlich versandt worden, teilte das Unternehmen am Freitagabend (Ortszeit) mit. „Es gibt aktuell keine Änderung an unseren Richtlinien mit Blick auf Tiktok.“

          Zuvor hatte der Konzern „Sicherheitsrisiken“ angeführt, die eine Löschung von Tiktok von Mobiltelefonen mit Zugang zu Amazon-E-Mails erforderten. Abgesetzt worden sei die Aufforderung am Freitagmittag (Ortszeit), teilte ein Mitarbeiter mit, der anonym bleiben wollte. Angestellte hätten bis zum Ende des Tages Zeit gehabt, der Vorgabe Folge zu leisten, ansonsten würden sie ihren mobilen Zugriff auf Amazon-E-Mails einbüßen.

          „Wir verstehen ihre Bedenken immer noch nicht“

          In einer Mitteilung ließ Tiktok später wissen, dass Amazon über den Schritt vorab nicht informiert habe. „Wir verstehen ihre Bedenken immer noch nicht“, erklärte das zum chinesischen Bytedance-Konzern gehörende Netzwerk. Man hätte einen Dialog begrüßt, um Amazons Vorbehalte zu klären.

          Die App wurde für Nutzer außerhalb Chinas konzipiert, es gibt aber auch eine chinesische Version namens Douyin. Wie bei YouTube kommt den Usern die Aufgabe zu, Tiktok mit Inhalten zu füllen. Die App ist für lustige, alberne Videos bekannt und ist vor allem bei jungen Leuten beliebt. In den Vereinigten Staaten hat sie Millionen Fans. Gleichwohl steht Tiktok wegen mutmaßlicher Zensur von Videos in der Kritik, in denen die chinesische Führung kritisiert wird. Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass Nutzerdaten mit chinesischen Funktionären geteilt werden.

          Zu Beginn der Woche hatte der amerikanische Außenminister Mike Pompeo ein Verbot von chinesischen Apps wie Tiktok ins Spiel gebracht. „Es ist etwas, das wir uns anschauen“, sagte Pompeo dem Sender Fox News. Amerikanische Abgeordnete hatten sich in der Vergangenheit besorgt gezeigt über Tiktoks Umgang mit Nutzerdaten und befürchten eine Zusammenarbeit mit Chinas Geheimdiensten. Kurz vor Pompeos Äußerung hatte Indien Tiktok und 58 weitere Apps aus China verboten.

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