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App namens Resso : Tiktok-Konzern startet Streamingdienst

Bytedance gilt mit einer Bewertung von 75 Milliarden Dollar als wertvollstes Start-up der Welt. Bild: Reuters

In Indien ist der Spotify-Konkurrent aus dem Hause Bytedance jetzt verfügbar. Resso soll sich mit verschiedenen Zusatzfunktionen von den bekannten Diensten abheben.

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          Die Tiktok-Muttergesellschaft Bytedance hat in Indien ihren Streamingdienst gestartet. Der Markteinstieg mit der Resso genannten App erfolgte nach einer Testphase in Indien und Indonesien, über die Mitte November 2019 erstmals berichtet wurde und die in Indonesien noch weitergeführt wird. Tiktok ist vor allem unter jungen Nutzern sehr beliebt und gilt als das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk der Welt. Kern der App sind kurze Videos, oft unterlegt mit Musik, zu der die Nutzer Playback singen können.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einige dieser Tiktok-Elemente sind auch Teil von Resso, womit sich der Dienst von den etablierten Streamingdiensten wie Spotify, Apple Music oder Amazons Angebot unterscheidet. So können Resso-Nutzer etwa die Texte der Lieder, die sie hören, mitlesen, interaktive Inhalte erstellen sowie mit anderen Nutzern teilen. Bytedance nennt Resso entsprechend „soziale Musik-Streaming-App“.

          Das größte Label der Welt fehlt

          Wie auch bei Spotify gibt es eine Gratis-Version mit geringerer Qualität und Werbeunterbrechung zwischen einzelnen Liedern und eine Premium-Variante. Diese enthält keine Werbung und verspricht eine bessere Ton-Qualität. Die Monatspreise hierfür liegen umgerechnet bei rund 1,35 Dollar (1,19 Euro) auf Android-Geräten und 1,62 Dollar (1,43 Euro) für Nutzer des Apple-Betriebssystems iOs. Zum Vergleich: Ein Spotify-Abonnement für eine Person kostet in Deutschland 9,99 Euro. Diesen Preis rufen auch Apple und Amazon für ihre Dienst auf, wobei Amazon Nutzern ihres Prime-Programms zwei Euro erlässt.

          Der Resso-Start in Indien erfolgt vor dem Hintergrund, dass sich einerseits die westliche Konkurrenz wie Marktführer Spotify hier schwer tut und andererseits Tiktok im Land sehr populär ist. Nicht zuletzt gilt unter anderem Indien in der Musikbranche als großer Wachstumsmarkt, während Fachleute in Amerika oder Großbritannien ein Abflauen des rasanten Streamingbooms prognostizieren.

          Ein interessantes Detail am Resso-Start offenbart sich mit Blick auf die Liste der Rechteinhaber, mit denen eine Lizenzvereinbarung über die Nutzung ihrer Werke getroffen wurde. Während neben diversen lokalen Plattenfirmen etwa auch die unter der Lizenzplattform Merlin versammelten Indie-Labels vertreten sind, fehlte zum Start ausgerechnet das größte Label der Welt, Universal Music. Mit den anderen beiden sogenannten Major-Labels, Warner und Sony Music, wurde dagegen augenscheinlich eine Einigung über die Nutzung ihres Werke-Katalogs erzielt.

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