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Angedrohte Klage : Tesla gibt verunglücktem Fahrer die Schuld

Walter Huang starb bei dem Unfall mit dem Tesla „Model X“ Bild: AP

Nachdem die Familie eines tödlich verunglückten Tesla-Fahrers Klage angedroht hat, geht der Elektroauto-Hersteller in die Gegenoffensive. Der Fahrer habe alle Warnungen des Autopiloten missachtet.

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          Dem Elektroautohersteller Tesla droht nach einem tödlichen Unfall mit einem seiner Fahrzeuge eine Klage. Die Familie von Walter Huang, der nach einer Kollision mit seinem „Model X“ von Tesla vor rund drei Wochen in Kalifornien gestorben ist, hat eine Anwaltskanzlei eingeschaltet und will nach deren Angaben eine Klage gegen das Unternehmen einreichen. Die Kanzlei teilte mit, nach ihrer Auffassung sei das „Autopilot“-System von Tesla „fehlerhaft“ und wahrscheinlich für Huangs Tod verantwortlich. Sie sagte weiter, sie habe Beschwerden anderer Tesla-Fahrer über „Navigationsfehler“ des Autopiloten gesammelt.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Tesla ging in die Gegenoffensive und gab in einer scharf formulierten Stellungnahme dem Fahrer die Schuld. „Dieser Unfall konnte nur passieren, wenn Herr Huang nicht aufmerksam auf die Straße gesehen hat, obwohl das Auto ihn wiederholt gewarnt hat, das zu tun.“ Huang, ein Mitarbeiter des Elektronikkonzerns Apple, prallte auf dem Weg ins Büro mit seinem Model X auf eine Betonbarriere und stieß danach mit zwei anderen Autos zusammen. Der 38 Jahre alte Vater von zwei Kindern erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

          Wie Tesla schon kurz nach dem Unfall mitteilte, war vor der Kollision das Autopilot-System aktiviert, das Fahrzeugen selbständiges Steuern ermöglicht. Das Unternehmen mahnt seine Kunden allerdings, ihre Hände auch bei eingeschaltetem Autopiloten nicht vom Steuer zu nehmen. Nach einem tödlichen Unfall vor zwei Jahren hat Tesla außerdem das System überarbeitet und warnt Fahrer jetzt häufiger, ihre Hände am Lenkrad zu lassen. Huang hat nach Angaben des Herstellers mehrere solche Warnungen bekommen, und in den sechs Sekunden vor dem Aufprall habe das System seine Hände nicht am Lenkrad registriert. Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde hat Ermittlungen zu dem Unfall aufgenommen.

          In seiner jüngsten Stellungnahme sagt Tesla, es habe hier kein „gebrochenes Versprechen“ gegeben, das Unternehmen mache „extrem deutlich“, dass der Fahrer auch bei Nutzung des Autopiloten aufmerksam bleiben müsse. Tesla versuchte außerdem, sich mit Aussagen von Huangs Familie in Fernsehinterviews zu verteidigen. Sein Bruder und seine Witwe sagten, Huang habe sich wiederholt beklagt, dass das Auto bei eingeschaltetem Autopiloten genau auf die Betonbarriere zugesteuert sei, an der sich später die Kollision ereignet habe. Tesla sagte jetzt unter Bezug darauf, Huang sei sich „wohlbewusst“ gewesen, dass der Autopilot „nicht perfekt“ sei, und er habe das System trotzdem an genau der Stelle aktiviert, an der er es nicht für zuverlässig befunden habe.

          Weiter ließ das Unternehmen verlauten, es habe zwar Mitgefühl für Huangs Familie, aber der „falsche Eindruck“, dass der Autopilot unsicher sei, werde anderen Menschen im Straßenverkehr schaden. Untersuchungen der amerikanischen Regierung hätten ergeben, dass schon eine ältere Version des Autopiloten die Unfallraten um 40 Prozent reduziert habe, und seither habe sich das System verbessert. „Der Grund, dass andere Familien nicht im Fernsehen sind, liegt darin, dass ihre Angehörigen noch leben.“

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