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Nicht mehr rentabel : Die letzte gelbe Telefonzelle ist Geschichte

  • Aktualisiert am

Ausgemusterte Telefonzellen im alten gelben und im neuen magenta-weißen Design Bild: dpa

Der technische Fortschritt hat die Telefonzelle vielerorts obsolet gemacht – und gelb sind sie eigentlich schon lange nicht mehr. Jetzt wurde das letzte Exemplar abgebaut und trat eine ungewöhnliche letzte Reise an.

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          „Zu den besten Zeiten“, schreibt die Deutsche Telekom, standen in Deutschland mehr als 100.000 öffentliche Telefone. Etwa 50.000 davon befanden sich in den bekannten gelben Häuschen, die schon von weitem aus dem Stadtbild herausstachen und an die zumindest ältere Menschen noch manche Erinnerung haben dürften. Wer unterwegs war, als es noch keine Mobiltelefone gab, der konnte sich auf sie verlassen, um schnell und einfach in Kontakt zu bleiben.

          Die heutigen Jugendlichen werden die gelben Telefonzellen hingegen nur noch aus Filmen und Erzählungen kennen. Denn in dieser Woche hat die Telekom die letzte Zelle in der Signalfarbe abgebaut. Finanzielle Gründe haben letztlich den Ausschlag gegeben: „Wir entschließen uns, das Telefonhäuschen vom Netz zu nehmen, wenn der Umsatz pro Monat dauerhaft unter 50 Euro absinkt, weil die Kosten natürlich wesentlich höher sind“, sagte Günther Nerlinger, Projektleiter der Telekom. Kosten entstünden vor allem für die Wartung. Ein paar Gespräche im Monat seien nicht ausreichend, um diese zu decken.

          Immerhin geht die Ära der gelben Telefonzelle mit ein paar schönen Bildern zu Ende. Am südwestlichen Ufer des Königssees in Bayern im Wallfahrtsort St. Bartholomä stand das letzte Exemplar dieser aussterbenden Art. Zu erreichen ist der Ort nur über das Wasser. Das machte den Abtransport der Zelle etwas komplizierter. Ihre letzte Reise trat sie mit einer Fahrt über den See vor idyllischer Bergkulisse an. Nachdem sie zunächst auf einen Lastwagen gehoben wurde, ging es mit der Fähre ins nahegelegene Schönau.

          Telefonhäuschen gibt es in Deutschland schon seit dem Jahr 1881. Seit den 1920er-Jahren waren sie in deutschen Städten weit verbreitet. Erst im Jahr 1946 bekamen sie ihre signalgelbe Farbe. Ab 1978 wurden die heute noch bekannten gelben Kunststoffhäuschen mit dem Namen „TelH78“ eingeführt. Deren Ende wurde Mitte der 1990er Jahre besiegelt: Da begann die Telekom, neue Telefonzellen in ihren Markenfarben weiß, grau und magenta zu gestalten.

          Telefonzellen gibt es also vorerst auch weiterhin, wenn auch bei weitem nicht mehr so viele wie einst. Anfang dieses Jahres waren es in ganz Deutschland noch 17.000. Der Wallfahrtsort St. Bartholomä muss derweil nicht befürchten, von der Außenwelt abgeschnitten zu werden. Eine Funkzelle sorge für eine Netzanbindung auf dem neuesten Stand der Technik, schreibt die Telekom.

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