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United Internet : Telekom-Angreifer macht mehr Umsatz

Ralph Dommermuth tritt gegen die Telekom an. Bild: EPA

Das Tech-Unternehmen United Internet hat in der Corona-Krise neue Kunden hinzu gewonnen. Doch die Kosten steigen.

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          Das deutsche Tech-Unternehmen United Internet hat in der Corona-Krise zwar neue Kunden hinzu gewonnen und so seinen Umsatz gesteigert. Doch geschlossene Geschäfte und die hohen Kosten für den anstehenden Start des 5G-Netzaufbaus drückte den Gewinn des Konzerns.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie der Internet- und Mobilfunkanbieter am Donnerstag mitteilte, stieg der Erlös im ersten Halbjahr  um vier Prozent auf knapp 2,66 Milliarden Euro. Der Betriebsergebnis (Ebitda) aber fiel um 1,5 Prozent auf 620,5 Millionen Euro.

          Zuvor schon hatte das an der Börse im M-Dax notierte Unternehmen mit seinen Marken GMX, Web.de und  Versatel genau wie seine Mobilfunktochtergesellschaft 1&1 Drillisch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Allerdings erklärte es auch, dass das Betriebsergebnis bei der Steigerung nicht mithalten könne. Am Ende des Jahres wird das Ebitda auf dem Niveau des Vorjahres durchs Ziel kommen.

          Kritik von Telekom & Co

          Der Gründer und Chef von United Internet, Ralf Dommermuth, versucht seinen Konzern nach der Ersteigerung milliardenschwerer 5G-Frequenz-Lizenzen im vergangenen Jahr neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica als vierte große Kraft auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt zu positionieren. Der Aufbau eines eigenen Netzes jedoch ist nicht nur teuer, er dauert auch seine Zeit.

          Bis zur Errichtung und Inbetriebsetzung eines eigenen Netzes will Dommermuth die technische Infrastruktur seiner Konkurrenten mitnutzen. Daher plädiert er für ein sogenanntes „nationales Roaming“.

          Seine Wettbewerber aber halten ihn mit dieser Forderung auf Abstand. Daher fordert United Internet mehr Kompromissbereitschaft von ihnen. Die etablierten Betreiber sollen ihre Netze öffnen, damit 1&1 Drillisch schon in der Auf- und Ausbauphase des eigenen Netzes flächendeckend Kunden erreichen.

          Ähnlich wie bei Auslandsverbindungen würden Gespräche und Daten dann auch innerhalb Deutschlands über ein fremdes Netz weitergeleitet. Die zu United Internet gehörende 1&1-Drillisch-Gruppe muss nach Vorgaben der Marktregulierer mit ihren Funkantennen bis zum Jahr 2025 25 Prozent und bis zum Jahr 2030 50 Prozent der Haushalte in Deutschland erreichen können.

          Das gilt als sehr ambitionierte Vorgabe. Vor diesem Hintergrund werfen die drei Platzhirsche, Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica, Dommermuth eine Art Trittbrettfahrerei vor. Die Telekom bezweifelt sogar, dass er es ernst meint mit seinen Plänen eines eigenen großflächigen Netzes.

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