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Tech-Treffen DLD : Eliten und Glaubwürdigkeit

  • -Aktualisiert am

Bélen Garijo auf der DLD. Bild: picture alliance / Hubert Burda Media

Was macht eine gute Chefin aus? Die Vorstandsvorsitzende des Pharma- und Technologieunternehmens Merck gibt Antworten.

          1 Min.

          Politiker, Wissenschaftler, sie alle scheinen in der Corona-Pandemie an Glaubwürdigkeit eingebüßt zu haben. Zumindest legen das die lauten Stimmen von Impfzweiflern und Wissenschaftsskeptikern nahe. Manche sehen die Glaubwürdigkeit der Eliten auf einem Allzeittief. Auch Topmanager gehören zu diesen Eliten – wie steht es um deren Glaubwürdigkeit?

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dazu hat DLD-Organisatorin Steffi Czerny die Chefin des Pharma- und Technologieunternehmens Merck, Belén Garijo, eingeladen. Die Spanierin arbeitet seit 2011 für den Darmstädter Konzern und leitet ihn seit Mai 2021. Sie ist die erste Frau an der Spitze eines Dax-Unternehmens und äußert sich immer mal wieder zu Themen, die über die eigene Bilanz hinausgehen.

          Jetzt zum Beispiel zur Frage: Warum sollten ihr als CEO die Mitarbeiter vertrauen? Garijo zeigt sich realistisch: „Ich kann Vertrauen nicht durchsetzen. Ich muss mir Vertrauen verdienen.“ Das gehe nur mit „harter Arbeit“. Entscheidend sei die Konsistenz zwischen Wort und Tat und den Werten eines Unternehmens mit einer 354-jährigen Historie. Zwar könne man nicht die gesamte Zeit konsistent sein, räumt Garijo ein. Sie hoffe aber, dass sie in dieser Hinsicht mehr richtig mache als falsch.

          „Sehr rigider faktenbasierten Ansatz“

          Auch Mut zählt für die Merck-Chefin zu den Haupttugenden einer Managerin. Dann natürlich seien Risiken Teil des täglichen Lebens. Im Fall von Konzernen wie Merck geht es um viel Geld, um Milliarden – etwa dann, wenn Übernahmen anstehen und deren Risiken und Chancen bewertet werden müssen. An sie geht Garijo nach eigenem Bekunden mit einem „sehr rigiden faktenbasierten Ansatz“ heran. Aber nicht nur: Auch der Bauch spiele ein Rolle.

          Letztlich werden die Entscheidungen auf Basis einer Mischung aus beidem getroffen. Im Falle einer Akquisition ist für die Merck-Chefin vor allem das Worst-Case-Szenario relevant. Dann habe man einen Plan, dieses Risiko einzugehen. Oder eben nicht. Mit Blick auf die ambitionierten Wachstumsziele des Konzerns müssen Garijo und ihre Mitarbeiter künftig wohl noch öfter solche „schlimmsten Fälle“ durchrechnen.

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