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Wichtiger Computerspiele-Trend : Willkommen in Survivalheim

Trautes Heim, Glück allein: Mit einer Werkbank, einer Axt, etwas Kreativität und genug Holz lässt sich im Videospiel „Valheim“ schon ein ordentliches Langhaus bauen. Bild: Unternehmen

Videospiele erfreuen sich großer Beliebtheit – auch wegen der Pandemie. Das Genre der Survival-Games sticht dabei hervor. Doch was macht eigentlich den Reiz dieser virtuellen Welten aus? Ein digitaler Ortsbesuch.

          7 Min.

          Valheim, Tag 1: Gerade noch füllten meine Lungen sich mit Wasser, sah ich das Licht der Oberfläche schwinden, hinabsinkend ins nasse Grab. Nun zucken Thors Blitze über den Himmel, braust mir der Wind in den Ohren, peitscht mir Regen ins Gesicht, bohren sich die Klauen der Walküre in meine Schultern und fassen noch einmal nach, bevor sie mich in das unbekannte Land fallen lassen, das mir nun beunruhigend schnell entgegenkommt. Ich erwache halb nackt inmitten einer Lichtung. Wo bin ich? Es muss die Zwischenwelt sein, die sie Valheim nennen. Bin ich auf mich allein gestellt?

          Axel Weidemann
          Redakteur im Feuilleton.

          Am Leben bleiben. Das ist ein grundlegendes Prinzip von Videospielen. In Steven Russels „Spacewar“ (1962) kreisten zwei Spieler in Raumschiffen um einen Stern und beschossen sich mit Torpedos. Im Arcade-Spiel „Gun Fight“ (1975) von Tomohiro Nishikado duellieren sich Spieler als weiße Cowboys in einer schwarzen Wüste. In Toru Iwatanis „Pacman“ (1980) knusperte sich ein gelber Gierschlund auf der Flucht vor bunten Geistern – Blinky, Pinky, Inky und Clyde – durch ein Labyrinth voller essbarer Punkte. Der Ego-Shooter „Doom“ (1993) schickte seinen „Doom-Guy“ gegen Horden von Höllengezücht. In Half-Life 2 (2004) kämpfte Gordon Freeman gegen Außerirdische. Der Götterschlächter Kratos prügelt sich samt Söhnchen in „God Of War“ (2018) durch die nordische Mythologie. Allen Titeln gemein ist der mal mehr, mal minder an eine kohärente Erzählung geknüpfte Kampf ums Überleben.

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