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Zukunftstechnik 5G : Superschneller Mobilfunk überall nicht „realistisch“

  • Aktualisiert am

Techniker arbeiten an einem Sendemast in München. Bild: dpa

Vom Mobilfunkstandard 5G hängt viel ab, nicht nur Roboterautos. Der Kanzleramtschef macht nun eine dramatische Ansage.

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          Kanzleramtschef Helge Braun hält einen flächendeckenden Ausbau des superschnellen neuen Mobilfunkstandards 5G für nicht machbar. Ein solches Versprechen sei weder „bedarfsgerecht noch realistisch“, sagte er während einer Veranstaltung in Berlin. Das „ist so unfassbar teuer“. Zugleich betonte er mit Blick auf die Vorgänger-Technologie: „Wir müssen eine Flächendeckung bei 4G erreichen. Das sind wir uns alle einig.“

          5G soll den Weg ebnen für eine ganze Reihe von künftigen Schlüsseltechnologien wie etwa autonomes Fahren, virtuelle Realität, Telemedizin und Industrie 4.0. Dafür wird ein Netz benötigt, das riesige Datenmengen in Echtzeit transportiert und die perfekte Vernetzung von Milliarden von Geräten ermöglicht.

          Roboterautos und Industrie 4.0

          Der Beirat der Bundesnetzagentur wird am Montag über den Entwurf für die im Frühjahr anstehende 5G-Frequenzauktion beraten. Eine endgültige Entscheidung über die Bedingungen soll im November fallen. „Die Vorgaben sind technologieunabhängig, aber wir schreiben bestimmte Bandbreiten vor. Da müssen wir noch ein bisschen diskutieren“, sagte Kanzleramtschef Braun. Dabei gehe es vor allem um die nötige Datenversorgung von autonom fahrenden Autos.

          Der Verband der Automobilindustrie hat sich längst für einen flächendeckenden 5G-Ausbau ausgesprochen. Zuletzt hatte Volkswagen-Chef Herbert Diess erklärt: „Automobile werden voll vernetzt und damit schon bald echte Internet-Devices. Dafür ist ein schnelles und flächendeckendes 5G-Netz Voraussetzung.“

          Während es Schwierigkeiten mit dem neusten Mobilfunkstandard gibt, geht die Verbreitung schnellerer Datenübertragung gleichwohl voran hierzulande. So stieg die LTE-Netzabdeckung (4G) der drei großen Betreiber
          von Mobilfunkstationen – der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica – in den vergangenen Monaten an, wie aus Zahlen der
          Konzerne hervorgeht. Vodafone nahm nach eigenen Angaben im Juli und August ungefähr 400 neue, schnelle LTE-Stationen in Betrieb und kommt damit inzwischen auf 17.000 LTE-Anlagen sowie eine Abdeckung von 93 Prozent der Bevölkerung. Das waren 3700 solcher Standorte mehr als im März 2016 und sieben Prozentpunkte mehr in der Abdeckung.

          Diese die vierte Mobilfunkgeneration ist der aktuell schnellste kommerziell eingesetzte
          Übertragungsstandard. Die Deutsche Telekom meldete für Juni und Juli rund 200 neue
          LTE-Masten oder Gebäudestandorte, damit kommt der frühere Staatsmonopolist inzwischen auf eine Abdeckung von 97,5 Prozent bei der schnellen Übertragung. Beim 4G-Netzausbau ist der Bonner Konzern
          fast schon im Ziel: Die Netzbetreiber haben sich bei der Auktion von Mobilfunk-Frequenzen im Jahr 2015 verpflichtet, bis spätestens Ende 2019 bei einer LTE-Abdeckung von mindestens 98 Prozent zu liegen. Maßgeblich ist hier die Bevölkerung und nicht die Gesamtfläche; Funklöcher
          fernab der Städte sind also auch künftig möglich.



          Der Dritte im Bunde der Netzbetreiber, Telefónica mit O2, hat hingegen noch einen weiten Weg vor sich: Dessen LTE-Abdeckung liegt in Deutschland nach Firmenangaben nur bei knapp 85 Prozent. Auch Telefónica verstärkt seine Anstrengungen, für Juli und August vermeldete die Firma ein Plus von 1000 Stationen mit dem schnellen Internet. Allerdings sind hier nicht nur neue Standorte inbegriffen, wie es bei den Angaben von Vodafone und der Telekom der Fall ist, sondern auch bereits vorhandene LTE- Standorte, deren Kapazität erweitert wurde. Präzisere Angaben machte Telefónica nicht.

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