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Streit wegen App-Werbetracking : Apple an Facebook: Ihr lügt!

Apples Datenschutz-Managerin Jane Horvath (r.) im Januar 2020 auf der Technik-Messe CES. Bild: dpa

Die beiden Tech-Konzerne liefern sich einen öffentlichen Streit um die Zukunft der App-Werbung. Apple bekräftigt nun: Bald müssen Apps Werbe-Einwilligungen einholen. Und wirft Facebook vor: Ihr missachtet die Privatsphäre der Nutzer!

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          Der Streit zwischen Apple und Facebook um das Nutzertracking in Apps geht in die nächste Runde. Apple bekräftigt in einem Brief seine Pläne, Anfang kommenden Jahres die Datenschutzvorschriften im App-Store deutlich zu verschärfen, die von Facebook heftig kritisiert werden. Apples Privatsphäre-Direktorin Jane Horvath nutzt die Gelegenheit nun, um kräftig gegen Facebook auszuteilen. Den Brief hat Apple am Donnerstagabend an eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen verschickt.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hintergrund ist ein Streit um das Werbetracking in Apps. Apple wollte ursprünglich schon ab Herbst dieses Jahres von allen App-Betreibern, die Werbetracker verwenden und im Appstore vertreten sind, strengeren Datenschutz verlangen: Nach den neuen Regeln, die nun von Anfang 2021 an gelten sollen, müssen alle App-Betreiber eine Zustimmung der Nutzer einholen, dass die App sie mithilfe des „Identifier for Advertisers“ nachverfolgt. Dieser IDFA wird jedem Gerät zufällig zugewiesen und sammelt Daten über Interessen und das Verhalten des Nutzers, nicht aber persönliche Informationen. Dadurch können die App-Betreiber Werbung ausspielen, die den Nutzer eher interessiert, für die der Werbepartner damit auch mehr Geld zahlt.

          Apple hält an Plänen fest

          Bisher hätten Nutzer dieses Tracking in den Apps aktiv abschalten müssen, nach den neuen Apple-Regeln müssen sie aktiv zustimmen. Wenn Nutzer eine App neu öffnen, wird dann ein Fenster angezeigt – ähnlich wie bei den Cookies in Browsern –, in dem sie der Nachverfolgung zustimmen müssen. Nutzer können jedoch auch zentral einstellen, dass sie das IDFA-Tracking rundherum ablehnen, dann werden sie gar nicht erst gefragt.

          Apple plant dabei offenbar weiterhin, den Text für dieses Fenster vorzugeben, dieser lautet übersetzt: Die App „hätte gern die Erlaubnis, Dich über Apps und Websites, die anderen Unternehmen gehören, zu tracken. Deine Daten werden genutzt, um Dir personalisierte Daten anzuzeigen.“ Manche Beobachter meinten, dass sei so formuliert, dass möglichst wenig Nutzer dem Tracking zustimmen. Denkbar wäre etwa auch eine Formulierung gewesen, die darauf hinweist, dass die App-Betreiber sich mithilfe der Werbung finanzieren und andernfalls wohl Gebühren erheben müssten. In die Kerbe schlug auch Facebook: Gerade in der Corona-Krise machten die neuen Regeln das Leben für die App-Betreiber noch schwerer.

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          Für Kritik sorgte dabei auch, dass für die Werbung, die Apple über sein eigenes Werbenetzwerk ausspielt, keine aktive Zustimmung erforderlich sein wird. Der Verdacht steht im Raum, dass Apple auch versuchen könnte, die eigene Position im Onlinewerbemarkt zu stärken. Apple bekräftigt nun dennoch seine Pläne: „Nutzer können sich entscheiden, die Werbepersonalisierung auszustellen“, heißt es über Apples Werbung in dem Brief. Die Grundeinstellung ist demnach, dass die Personalisierung eingeschaltet ist. Apple begründet das im Kern damit, dass die eigenen Maßnahmen weniger invasiv seien.

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