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Streit um Huawei : Ein Sicherheits-TÜV für das neue 5G-Netz?

5G-Testgelände in Neuss Bild: dpa

Die Deutsche Telekom wartet mit Kompromissvorschlägen auf. Huawei soll seine Komponenten von unabhängiger Stelle auf Hintertüren und Risiken durchleuchten lassen.

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          Im Streit um den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei sucht die Deutsche Telekom mit neuen Vorschlägen nach einem Ausweg. Im Mittelpunkt steht ein Zertifizierungsverfahren, um durch herstellerunabhängige Prüfungen die Sicherheit kritischer Bauteile zu gewährleisten. Damit reagiert der Konzern auf die Sorge, dass Komponenten aus China Hintertüren enthalten könnten, die das für viele kritische Industrieanwendungen ausgelegte 5G-Netz anfällig für Spionage oder Cyberattacken machen könnten. Die Anregungen der Telekom laufen auf eine Art TÜV für sensible Bauteile hinaus. Unabhängige Prüflabore unter staatlicher Aufsicht könnten mit der Überprüfung beauftragt werden, hieß es in einer Erklärung, die der F.A.Z. vorliegt.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          „Für uns hat Sicherheit im Netz oberste Priorität“. Zusätzlich müssten nach diesen Überlegungen Quellcodes offengelegt werden, so dass die Netzbetreiber besseren Einblick in das Innenleben aktiver Komponenten bekämen und gegebenenfalls auf Schwachstellen und Anomalien schnell reagieren könnten. Auch wenn die Hersteller ihre Mitwirkung verweigerten, müsse die „Handlungsfähigkeit“ gewährleistet sein. Die Quellcodes sollen bei einer „vertrauenswürdigen dritten Stelle“ hinterlegt werden. Dritter Baustein der Vorschläge ist eine Erweiterung der Haftung, um auch die Hersteller und Lieferanten kritischer Infrastrukturen miteinzubeziehen.

          Deutsche Netzbetreiber gegen Ausschluss von Huawei

          Offenbar zielen die Vorschläge nicht einseitig auf Huawei. Auch andere Anbieter müssten sich vor der Markteinführung möglicherweise eine schärfere Überprüfung gefallen lassen, hieß es. Das könne dazu beitragen, den Konflikt mit Huawei zu entspannen. Angeblich gibt es auch innerhalb der Bundesregierung noch größere Diskussionen darüber, wie mit den Vorwürfen des Sicherheitsrisikos zu verfahren sei. Die großen deutschen Netzbetreiber wenden sich unisono gegen einen Ausschluss des Konzerns. Sie warnen vor Verzögerungen des Netzausbaus und deutlich steigende Kosten, wenn ihnen dieser wichtige Lieferant abhandenkomme. Nach Informationen der F.A.Z. ist die Gemengelage bei einem Treffen im Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch besprochen worden. Daran sollen auch Vertreter des Auswärtigen Amtes und weiterer Ressorts teilgenommen haben.

          Wie es hieß, waren ebenfalls Repräsentanten der deutschen Tochtergesellschaft der britischen Vodafone und der Deutschlandgesellschaft O2 des spanischen Telefónica-Konzerns vor Ort. Nicht eingeladen gewesen sei der Internet-Konzern United Internet, der ebenfalls den Bau eines 5G-Netzes plant und dazu an der kommenden Frequenzauktion teilnehmen will. United Internet soll mit dem chinesischen Anbieter ZTE, der hier und da ebenfalls in Verruf geraten ist, für die Belieferung mit der Ausrüstung für Funktürme und Sendeinfrastruktur in Kontakt stehen. Der eng mit der chinesischen Regierung verbundene Huawei-Konzern kommt in Europa auf einen Marktanteil von annähernd 30 Prozent. Andere Netzwerkausrüster wie Cisco, Nokia und Ericsson könnten einspringen, aber die Komponenten von Huawei kaum 1:1 ersetzen, weil sie in der technischen Entwicklung noch nicht soweit seien. Zudem sei fraglich, wie schnell andere Anbieter dazu in der Lage seien, derartig große zusätzliche Lieferkapazitäten aufzubauen, hieß es.

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