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Umsatz steigt um 14 Prozent : Streamingdienste erstmals mit Milliardenumsatz

  • Aktualisiert am

Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime treiben die Umsätze im deutschen Bezahlfernsehen nach oben. Bild: dpa

Mehr Menschen sind bereit, für Fernsehen und Streaming Geld auszugeben. Die Anbieter rechnen dieses Jahr mit einem Zuwachs auf etwa vier Milliarden Euro. Vor allem Netflix und Amazon Prime treiben das Geschäft an.

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          Video-Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime treiben die Umsätze im deutschen Bezahlfernsehen in die Höhe. Der Verband der privaten Fernsehanbieter, Vaunet, erwartet, dass das Geschäft mit Pay-TV- und Streaming-Abos in Deutschland in diesem Jahr auf rund 4 Milliarden Euro wachsen wird. Das wäre doppelt so viel wie 2012, sagte Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg am Donnerstag. Im vergangenen Jahr seien die Umsätze um 14 Prozent gewachsen.

          Die sogenannten „Video-on-demand“ Plattformen, auf denen man Videos jederzeit abrufen kann und zu denen der Verband Angebote von Amazon, Netflix oder Apple, nicht aber Youtube zählt, dürften 2019 zum ersten Mal einen Milliardenumsatz erwirtschaften. Vaunet zählt zu diesen Plattformen in seiner Untersuchung die Angebote von Amazon, Netflix, iTunes und Maxdome, nicht aber Youtube.

          Die Nachfrage nach hochwertigen Programmen und die Zahlungsbereitschaft stiegen, sagte Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg. „Wir rechnen daher für Pay-TV und Streaming im gesamten deutschsprachigen Raum mit weiterem Wachstum.“ Klassische Pay-TV-Angebote wie die Sky-Plattform oder „Magenta TV“ von der Telekom legten dagegen zuletzt nur noch um zwei bis drei Prozent zu.

          7,8 Millionen Pay-TV-Abonennten

          Für das laufende Jahr traut ihnen der Verband ein Umsatzzuwachs auf 2,4 Milliarden Euro zu. Insgesamt 108 Pay-TV-Sender sind in Deutschland zu empfangen, die meisten davon für Dokumentationen und Sport. 7,8 Millionen Menschen in Deutschland haben mindestens eine der Plattformen abonniert, 100.000 mehr als im vergangenen Jahr. Allein bei Sky sind es gut fünf Millionen. Daneben konkurrieren auch Streamingdienste und Plattformen wie Amazon, Netflix, Joyn, TV Now und Zattoo um Zeit und Geld der Zuschauer. Zudem drängen Konzerne wie Disney und Apple neu auf diesen Markt.

          Die frei empfangbaren Privatsender RTL und Pro-Sieben-Sat.1 versuchen Video-on-demand-Plattformen wie Netflix mit eigenen Plattformen auszubremsen. „Joyn“ von der Pro-Sieben-Sat1-Gruppe tritt seit Juni gegen „TV-Now“ von RTL an und setzt auch auf Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Der Privatsender RTL will bei der Konkurrenz aber auf lange Sicht nicht mitmachen.

          Pay-TV galt lange Zeit als Verlustgeschäft; viele bezahlpflichtige Sender konnten in Deutschland kein Geld verdienen. Nach dem Erfolg von Netflix und anderen Streamingdiensten wollen jedoch immer mehr Unternehmen in das Geschäft einsteigen. Netflix war unter anderem mit den Serien „Stranger Things“ und „House of Cards“ international erfolgreich. Beliebt sind die Plattformen vor allem, weil Serien und Filme unabhängig vom Fernsehprogramm angeschaut werden können. Viele, hauptsächlich junge Menschen schätzen die dadurch entstandene Flexibilität.

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