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Start-up Unu : Mit E-Rollern gegen den Verkehrsinfarkt

Ebenso bleibt vorerst geheim, mit welchen „globalen Partnern“ Unu eine Kooperation eingeht. Bekannt sind wohl aber die Investoren. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Ponooc, einem niederländischen Wagniskapitalgeber, der auf Nachhaltigkeit und die Zukunft der Mobilität setzt. Bestehende Geldgeber beteiligen sich abermals, darunter Capnamic Ventures, der französische Venture Capital Fund Iris Capital, die NRW-Bank und mehrere private Geldgeber wie der bekannte amerikanische Unternehmer Michael Baum. Sie statteten Unu zuletzt im Sommer 2017 mit einem Investment von 7,5 Millionen Euro aus.

E-Roller haben nur Vorteile

Das Interesse der Investoren an Unu kommt nicht von ungefähr. Dem Segment der E-Roller und insbesondere des E-Roller-Sharings wird großes Wachstumspotential vorausgesagt. So wuchs der Markt für Elektroroller laut dem europäischen Motorradhersteller-Verband ACEM im ersten Quartal 2018 um 51 Prozent, während der Absatz von konventionellen Rollern um 40 Prozent einbrach. Allein in China, wo der Elektroroller das Mittel der Wahl für verstopfte und versmogte Innenstädte ist, werden etwa 200 Millionen von ihnen gezählt. Hunderte Hersteller teilen sich dort einen Jahresumsatz von gut 30 Milliarden Euro. Mit Govecs und dem chinesischen Hersteller Niu wagen demnächst zwei Anbieter gar den Schritt an die Börse. Doch musste Govecs sein Börsendebüt in einem ungewöhnlichen Schritt verschieben und seine Investitionspläne zusammenstreichen.

Elias Atahi und Pascal Leonard Blum (r.) im Laden-Office ihrer Firma Unu in München
Elias Atahi und Pascal Leonard Blum (r.) im Laden-Office ihrer Firma Unu in München : Bild: Andreas Müller

Der Markt für das Roller-Sharing ist seinerseits in wenigen Jahren stark gewachsen. So schätzen Branchenkenner, dass die Zahl der Roller-Sharer im Jahr 2019 rund 3 Millionen erreichen könnte, 2017 lag sie noch bei ungefähr 350.000. In fünfzig Städten rund um den Globus werden laut Zahlen des Berliner Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (Innoz) schon Roller geteilt, die allermeisten fahren elektrisch.

„Der Markt steckt noch in den Kinderschuhen“, sagt Blum und verweist darauf, dass einige Städte – etwa Amsterdam und Genua – mittlerweile gegen spritbetriebene Roller vorgehen, weil sie noch viel schlimmere Luftverpester seien als Dieselautos. „Elektroroller haben nur Vorteile: Sie sind sauber, geräuschlos und beschleunigen schneller als Benziner“, sagt Blum. Roller-Sharing sei außerdem nachhaltiger als Bike-Sharing, was den Materialverschleiß betreffe. Turmhohe Berge sorglos hingeworfener Leihräder, wie sie vor allem in chinesischen Städten entstehen, werde es mit den Rollern nicht geben: Zu teuer die Materialkosten, zu hoch die Kontrolle über die Fahrer, meint Blum.

Was so vielversprechend klingt, ruft über kurz oder lang Kaufinteressenten aufs Parkett. Gehört Unu vielleicht bald zu Uber oder Tesla? „Wir haben eine klare Vision, wie sich urbane Mobilität entwickeln soll, damit Menschen endlich das volle Potential ihrer Stadt ausschöpfen können. Das kann man nicht aus der Portokasse bezahlen. Daher planen wir langfristig, entweder an die Börse zu gehen oder uns mit einem strategischen Partner zu verbinden, der unsere Vision von urbaner Mobilität teilt und unterstützt“, sagt Blum. Denn für innovative Ideen brauche es junge Menschen – für das Kapital und die Infrastruktur aber mächtige Verbündete.

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