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Spotify legt Zahlen vor : 205 Millionen Abonnenten – und doppelt so viel Verlust

Miley Cyrus hält seit kurzem mit mehr als 96 Millionen Streams in einer Woche den Rekord auf Spotify. Bild: dpa

Musikstreaming-Marktführer Spotify beschließt 2022 mit einem deutlichen Abonnenten-Zuwachs, aber auch mit einem Verlust in Höhe von 430 Millionen Euro. Der soll nach den Stellenstreichungen 2023 geringer ausfallen.

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          Die Nachricht über die Streichung von rund sechs Prozent der zuletzt knapp 10.000 Stellen ist rund eine Woche her. Jetzt hat Musikstreaming-Marktführer Spotify die Zahlen fürs vierte Quartal 2022 vorgelegt – und in vielen Punkten die eigene Prognose übertroffen.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          So wuchs die Zahl der Abonnenten im Vergleich zum dritten Quartal um 10 Millionen auf nunmehr 205 Millionen, während die Zahl der monatlich aktiven Nutzer 489 Millionen erreichte. Dies sind 33 Millionen mehr als im Quartal zuvor, wie das schwedische Unternehmen am Dienstag vor Handelsstart in den USA mitteilte. Ende 2021 zählte Spotify 180 Millionen Abonnenten und 406 Millionen monatlich aktive Nutzer.

          Das Umsatzplus bewegte sich mit einem im Vorjahresvergleich gesehenen Zuwachs von 18 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro im Rahmen der Prognose. Hierzu steuerte das Abo-Geschäft 2,72 Milliarden Euro bei (plus 18 Prozent), die Werbeeinnahmen standen für 449 Millionen Euro (plus 14 Prozent). Nachdem das Werbegeschäft im dritten Quartal noch für 13 Prozent des Gesamtumsatzes gestanden hatte, machte es zum Jahresabschluss dem Unternehmen zufolge 14 Prozent aus.

          Aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage schwächelt der Werbemarkt aktuell, was beispielsweise auch Youtube zuletzt zu spüren bekam. Durch günstigere Preise sei dieser Effekt in Teilen ausgeglichen worden, heißt es hierzu von Spotify. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 270 Millionen Euro an, nach einem Minus von 39 Millionen Euro im Jahr 2021. Für das Gesamtjahr steht ein Minus von 430 Millionen Euro zu Buche nach 34 Millionen in 2021, bei einem Gesamtumsatz in Höhe von 11,7 Milliarden Euro. Die Aktie notierte vorbörslich rund 7,5 Prozent im Plus.

          430 Millionen Euro Verlust in 2022

          Die operativen Kosten stiegen im Jahresvergleich derweil um 44 Prozent, also abermals deutlich stärker als die Umsätze. Rund eine Milliarde Euro betrugen sie im vierten Quartal. Als Grund hierfür nennt Spotify etwa Neueinstellungen für das Werbeteam, Zukäufe und Marketingausgaben. Viele dieser „Wachstumsinitiativen“ seien Ende 2021 auf den Weg gebracht worden. Chef Daniel Ek hatte schon nach Vorlage der Zahlen im Oktober gegenüber Investoren betont, 2022 sei ein Investment-Jahr. Auch im Zuge der Stellenstreichungen Anfang vergangener Woche, nach rasanten Zuwächsen während der Pandemie, verwies er auf einen 2023 stärkeren Fokus auf Effizienz. Der Umsatz soll im Laufe dieses Jahres schneller zulegen als die operativen Ausgaben, heißt es nun.

          Wie Ek nach Vorlage der aktuellen Zahlen im Gespräch mit Investoren erklärte, sei er weiterhin grundsätzlich davon überzeugt, dass sich die Investitionen in die Plattform und in Inhalte perspektivisch auszahlen werden, obgleich er zuletzt etwas zu ambitioniert vorgegangen sein. 2023 markiere nun „ein neues Kapitel“ für Spotify, betonte er abermals, auch mit Blick auf weitere Investitionen.

          Spotify Technology SA

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          Im ersten Quartal werden auch die mit 35 bis 45 Millionen Euro veranschlagten Kosten für Abfindungen einfließen, wie es in der Prognose heißt. Mit einem erwarteten Plus von 2 Millionen Abonnenten fällt diese wie schon im Jahr zuvor eher zurückhaltend aus.

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