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Spinnup : Universal Music stellt DIY-Digitalvertrieb ein

Die Zentrale der Nummer 1 der Musikindustrie in Santa Monica, Kalifornien. Bild: AFP

Die Plattform soll künftig nur noch ausgewählten unabhängigen Künstlern zur Verfügung stehen. Wer nicht dazu gehört und aktuell seine Musik über Spinnup auf Spotify & Co anbietet, muss zu einem anderen Anbieter wechseln.

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          Der Digitalvertrieb der Universal Music Group, Spinnup, wird vom 19. Juli dieses Jahres an nur noch für ausgewählte Musiker verfügbar sein. Die Werke anderer Künstler werden nach diesem Tag von der Plattform entfernt, hieß es am Mittwoch in einem Statement. Um die Musik weiterhin auf Streamingdiensten wie Spotify, Apple, Amazon Music oder Tidal und Deezer anbieten zu können, müssen Künstler zu einem anderen Digitalvertrieb wechseln. Hierfür werde ein Tool zur Unterstützung angeboten.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Digitalvertriebe wie Spinnup richten sich an unabhängige Künstler, die ihre Musik eigenständig vermarkten. Gegen eine vergleichsweise geringe jährliche Einmalzahlung können sie so ihre Werke auf Spotify & Co veröffentlichen. Im Fall von Spinnup waren es bislang zum Beispiel 9,99 Euro im Jahr für eine Single. Dafür erhalten die Musiker in der Regel 100 Prozent der Einnahmen, die aus der Vermarktung ihrer Musik auf den jeweiligen Diensten anfallen und behalten zudem die Rechte an den Aufnahmen. Künstler mit „aktiven Release-Abonnements“, also solche, deren Musik derzeit über Spinnup auf den Streamingplattformen angeboten wird, erhalten der Mitteilung zufolge eine anteilige Rückerstattung der Abo-Kosten, bemessen an den nicht genutzten Tagen.

          80 einstige Spinnup-Künstler auf Universal-Labels

          Die Veröffentlichung von Musik ist heute erheblich einfacher als zu Hochzeiten der CD, als neben Kosten für die Produktion auch Ausgaben für Herstellung, Lagerung und Vertrieb anfielen. Mittlerweile werden allein auf Spotify jeden Tag mehr als 60.000 neue Lieder hochgeladen. Der Markt der Digitalvertriebe ist folglich umkämpft. Neben Spinnup tummeln sich hier etwa Tunecore aus dem Haus des französischen Unternehmens Believe, CDBaby, Distrokid, United Masters oder auch der deutsche Anbieter Recordjet.

          Für einige Anbieter besteht der Reiz des Angebots nicht zuletzt darin, früh Kontakt zu Künstlern herzustellen. Aus Sicht der Unternehmen vielversprechende Musiker sollen so im Idealfall im eigenen Haus an ein Label gebunden werden. Falls sie weiterhin unabhängig bleiben wollen, gibt es diverse Konstellationen für einzelne Marketing- oder Management-Dienstleistungen. Neben Universal haben auch die anderen beiden sogenannten „Majors“, Sony und Warner, Service-Sparten, über die sie Künstler vermarkten, die nicht direkt bei einem der diversen Labels der Branchenriesen unter Vertrag stehen. Mit einem solchen arbeiteten im Falle von Universal (Stand Mitte 2020) 80 einstige Spinnup-Künstler zusammen. Wie viele Musiker aktuell über die 2013 gestartete Plattform Musik veröffentlichen, ist nicht bekannt. Auf eine Anfrage der F.A.Z. reagierte Universal Music zunächst nicht. Im November 2016 waren es laut Universal 100.000 Künstler.

          Anfang des vergangenen Jahres hatte Sony Music vom britischen Musikunternehmen Kobalt den Dienstleister AWAL übernommen. Hier können sich unabhängige Künstler bewerben. Im Erfolgsfall ist der erste Schritt zunächst der Vertrieb. Offenbar soll Spinnup im Kern fortan ebenfalls nach diesem Ansatz funktionieren.

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