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Soziales Leben in der Pandemie : Ein Leben vor dem Bildschirm

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Für Jugendliche ist der soziale Kontakt über den Bildschirm zur Normalität geworden. Bild: dpa

Durch die Pandemie wandert das Sozialleben ins Internet. Für viele sind Treffen und Sport im Netz zum Ritual geworden. Doch ein Viertel der Befragten einer Studie der Postbank fühlt sich auch technisch abgehängt.

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          Das Sozialleben der Menschen in Deutschland findet zunehmend im Internet statt. Laut der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2021 pflegten drei Viertel der Deutschen während des Lockdowns ihre Kontakte online. „Moderne Technologien sind aktuell für viele ein Segen“, erklärte der Leiter des Digital Vertriebs bei der Postbank, Thomas Brosch.

          Die Hälfte der Befragten gab in der Studie an, in der Corona-Krise auch ihre Freizeit im Internet zu verbringen; sie besuchten etwa Online-Sportkurse oder Musikveranstaltungen. Auch im persönlichen Freundeskreis und der Familie ersetzten demnach digitale Treffen immer öfter persönliche Begegnungen: 43 Prozent der Befragten gaben an, dass die digitalen Treffen ein festes Ritual geworden seien. Unter den 18- bis 39-Jährigen haben sich demnach sogar 59 Prozent an den virtuellen Kontakt gewöhnt.

          „Für eine Minderheit ist das Internet derzeit aber auch ein Fluch, denn wer mit der Technik überfordert ist und sich nicht auskennt, fühlt sich schnell sozial abgehängt“, erklärte Brosch weiter. „Deshalb ist es wichtig, auch für diese Zielgruppe ein leicht zugängliches Angebot bereitzustellen.“

          Eine größere Minderheit fühlt sich mit Apps nicht sicher genug

          Fast jeder Dritte gab in der Umfrage zudem an, sich mit Apps und anderen Programmen zu wenig auszukennen, um an Treffen teilzunehmen. Ein knappes Viertel der Befragten fühlte sich während der Pandemie sozial abgehängt, weil sie zu Hause nicht über die notwendigen technischen Voraussetzungen verfügten.

          Davon betroffen sind demnach nicht nur ältere Menschen: Auch unter den 40-Jährigen fühlten sich 40 Prozent sozial abgehängt. Veraltete Geräte und langsame Internetverbindungen machten die Teilnahme am sozialen Leben im Internet für viele Menschen zur Herausforderung.

          Ein weiterer Effekt der Pandemie: Immer mehr Menschen lesen Nachrichten im Internet. Der Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage sei während der Pandemie für 43 Prozent der Befragten zum täglichen Ritual geworden. 35 Prozent der Befragten weiteten ihr Surfverhalten während der Pandemie aus.

          Jeder neunte Befragte zählt zur Gruppe der Internet-Enthusiasten

          Elf Prozent der Befragten gaben an, das Internet künftig noch intensiver nutzen zu wollen. Jeder Zweite dieser Internet-Enthusiasten wünschte sich im kommenden Jahr noch mehr Nachrichten aus dem Internet.

          Für die Postbank Digitalstudie 2021 wurden im Januar und Februar 2021 rund 3000 Menschen in Deutschland befragt. Mit der Untersuchung will die Postbank herausfinden, welche Entwicklungen sich in den verschiedenen Lebensbereichen der Bundesbürger in Bezug auf Digitalisierung allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichnen.

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