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Soziale Medien : Instagram testet Shop in Berlin

Reale und virtuelle Welt bereichern sich, davon will der Fotodienst Instagram profitieren. Bild: dpa

Soziale Netzwerke wollen Online-Händler werden. Der Fotodienst Instagram versucht nun, dieses Vorhaben über die reale Welt zu vermarkten. In London klappte das schon. Konzerne wie Adidas sehen gute Absatzmöglichkeiten.

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          Instagram wird analog – zumindest für zwei Tage. Das Online-Fotonetzwerk hat am Freitag seinen ersten Pop-up-Laden in Berlin eröffnet. Zehn Unternehmerinnen und sogenannte Influencerinnen stellen dort ihre Produkte vor. Damit will Instagram auch für das Einkaufen auf seinen eigenen Angeboten werben, also auf der Internetseite oder der App.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Instagram führte die Einkaufsfunktion zunächst in Amerika ein. Seit März 2018 können auch deutsche Kunden auf Instagram einkaufen. Das funktioniert so: Unter den Fotos und Videos von Unternehmen und Influencern wird ein kleines Einkaufstaschen-Symbol und der Preis des jeweiligen Produktes angezeigt. Mit einem Klick kann das Produkt auf der verlinkten Internetseite des Herstellers gekauft werden.

          „Unternehmen sind schon immer ein wichtiger Teil der Community, und mehr als 90 Prozent der Menschen auf Instagram folgen mindestens einem Unternehmen“, sagt Manager Jim Squires, der für die Einkaufsfunktion verantwortlich ist. In Amerika ist Instagram schon einen Schritt weiter: Dort können Nutzer die Produkte einiger Marken – wie zum Beispiel Produkte des Sportartikelherstellers Adidas – direkt auf Instagram kaufen und bezahlen, ohne auf die Herstellerseite wechseln zu müssen.

          Damit wird getestet, ob Käufer dazu bereit sind, ihre Zahlungsdaten auch an das Fotonetzwerk zu geben. Der Kunde soll so noch stärker an den Dienst gebunden werden. Ob und wann diese Funktion in Deutschland kommen wird, ist noch nicht bekannt. Adidas-Chef Kasper Rorsted bewertete den neuen Verkaufskanal Instagram positiv. Der Verkauf über Instagram soll einer der „wichtigsten Erfolgsfaktoren“ für das Online-Geschäft im ersten Quartal gewesen sein, sagte Rorstedt zur Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Viertel dieses Jahres.

          Experten vermuten, dass Facebook, zu dem der Online-Dienst Instagram gehört, langfristig auch für den Nachrichtendienst Whatsapp eine Einkaufsfunktion einführen wird. Die mögliche Zukunftsvision: eine App, in der nicht nur Nachrichten ausgetauscht werden können, sondern auch eingekauft und bezahlt werden kann – ähnlich dem chinesischen Nachrichtendienst Wechat. Dort können Nutzer schon heute unter anderem Taxis bestellen und ihre Stromrechnung bezahlen.

          Ganz digital muss es dann aber für Instagram anscheinend nicht sein: Schon vor einem Jahr eröffnete der Fotodienst einen Pop-up-Laden in London – mit großem Erfolg. Auch von den Berliner Kunden erhofft sich Instagram einiges: „Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wollen wir mit dieser Aktion auf die wachsende Bedeutung von Social Commerce aufmerksam machen“, sagt Squires. Social Commerce bezeichnet das Einkaufen in sozialen Netzwerken. Das Geschäft befindet sich in Berlin-Mitte. Auf dem Schwesternetzwerk Facebook haben sich mehr als 600 Besucher angemeldet.

          Für die Veranstaltung hat Instagram zehn Frauen eingeladen, die auf Instagram Produkte anbieten. Hierfür haben die Unternehmerinnen jeweils ein besonderes Produkt entwickelt, das die Besucher erwerben können. Neben Unternehmen wie dem Keramik-Start-up „Motel a Miio“, sind vor allem Gründer aus den Feldern Mode und Kosmetik da.

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