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Schnelles Internet : So weit ist Deutschland mit dem Breitbandausbau

Breitbandausbau in Schleswig-Holstein – immer mehr Haushalte bekommen schnelles Internet. Bild: dpa

Alle wollen schnelles Internet. Jetzt tut sich langsam was beim Aufbruch in die Gigabit-Gesellschaft. Das liegt nicht nur an den Unternehmen.

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          Es sieht nach der ganz großen Koalition für das schnelle Internet aus: Deutsche Telekom und Vodafone, die Energiekonzerne Innogy und Eon, Kabelanbieter und kommunale Netzgesellschaften: Für seinen „Gigabit-Gipfel“ in Düsseldorf hat der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) eine bunte Mischung von Unternehmen und Verbänden zusammengetrommelt.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Am Dienstagabend wurden erste Zwischenziele für die Versorgung von Schulen und Gewerbegebieten mit Hochgeschwindigkeits-Internet besiegelt und ein besserer Informationsaustausch mit dem Land vereinbart, damit es dort, wo sich Investitionen nicht rechnen, gezielt mit öffentlicher Förderung einspringen kann. „Durch die Zusammenarbeit von Land und Netzbetreibern sichern wir das kluge Ineinandergreifen von eigenwirtschaftlichem und geförderten Ausbau“, sagt Pinkwart. Zusätzlich verspricht die Landesregierung, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Techniken wie das „Microtrenching“ zu unterstützen, um die hohen Tiefbaukosten für die Verlegung der Leitungen zu verringern.

          Ziel: bis 2025 flächendeckend Gigabit-Anschlüsse

          Nach dem Schneckentempo vergangener Jahre tut sich was beim deutschen Aufbruch in die Gigabit-Gesellschaft. Einen Schritt weiter als Nordrhein-Westfalen ist die Region Stuttgart. Politik und Deutsche Telekom haben dort eine Absichtserklärung unterzeichnet, um in der Landeshauptstadt und den fünf umliegenden Landkreisen im großen Stil Glasfaser bis in die Häuser (FTTH), Schulen und Unternehmen zu verlegen.

          Bis 2025 sollen jeder zweite Haushalt sowie alle Gewerbegebiete an das Netz angeschlossen sein. Die Telekom will dafür bis zu 1,1 Milliarden Euro investieren. Die beteiligten Städte und Landkreise beteiligen sich ihrerseits mit Förderzuschüssen und Sachmitteln im Gesamtwert von bis zu 500 Millionen Euro. „Von allen Wettbewerbern hat die Deutsche Telekom das deutlich beste verbindliche Angebot vorgelegt“, sagte Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung für die Region Stuttgart. Etwa 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen sollen dort mit Glasfaser versorgt werden.

          Auch die Bundesregierung gibt mehr Gas: Sie will die Obergrenzen für die öffentliche Förderung anheben und das Verfahren vereinfachen. „Die Kommunen sparen damit bis zu 6 Monate Zeit“, sagte der für digitale Infrastrukturen verantwortliche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag in Berlin. Von den seit 2015 bereit gestellten 3,5 Milliarden Euro waren bis zum Frühjahr nur 26,6 Millionen Euro in Projekte geflossen.

          Nun soll sich der Förderhöchstbetrag des Bundes auf 30 Millionen Euro verdoppeln. Und es gibt einen Nachschlag für jene Kommunen, die auf Kupfertechnik gesetzt haben, wenn sie ihre Planung bis Jahresende auf Glasfaser bis in die Häuser umstellen. Ziel der Koalition ist es, Deutschland bis 2025 flächendeckend mit Gigabit-Anschlüssen zu versorgen. Dafür soll ein neuer Fördertopf bereit stehen, aus dem in den kommenden Jahren weitere 10 bis 12 Milliarden Euro mobilisiert werden könnten.

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