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25 Jahre SMS : Ach, das gibt es noch?

Die SMS wird 25: Doch wer nutzt heute noch den Kurzmitteilungsdienst? Bild: dpa

Die SMS feiert ihren 25. Geburtstag. Doch hat die Kurznachricht im Zeitalter von WhatsApp und Facebook überhaupt noch eine Überlebenschance? Erfinder Hillebrand will die Skeptiker überzeugen.

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          Über den Handy-Kurznachrichtendienst SMS werden immer weniger Textbotschaften verschickt: Die Industrie spricht von einem regelrechten freien Fall der Nachfrage. Im Jahr 2012, dem bisherigen Rekordjahr, zählten die Mobilfunkkonzerne in Deutschland noch 59,8 Milliarden SMS, rund 163 Millionen je Tag. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 12,7 Milliarden. Seit 2013 befinde sich die Zahl „im freien Fall“, konstatiert der Digitalverband Bitkom. Als Gründe für den Abwärtstrend machen die Fachleute den Boom der Smartphones und der internetbasierten Messenger-Dienste verantwortlich, wie Whatsapp, iMessage, Telegram und Threema.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch für tot erklären mag die Branche das Produkt noch nicht: „Die SMS hat ihre Hochzeiten hinter sich, völlig verschwinden wird sie aber in absehbarer Zukunft nicht“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Trotz der rückläufigen Zahlen wollen demnach viele Smartphone-Nutzer nicht gänzlich auf SMS verzichten. 58 Prozent greifen auf diese Funktion zurück. Online-Dienste wie Whatsapp und Co. kommen nur bei wenig mehr Nutzern (62 Prozent) zum Einsatz, wie eine repräsentative Umfrage ergab. „SMS sind eher bei älteren Nutzern populärer, internetbasierte Messenger-Dienste bei jüngeren“, sagt Rohleder.

          Es besteht noch eine Nachfrage

          Dazu kommt, dass die SMS in anderen Bereichen durchaus auf Nachfrage stößt. Die Funktion wird häufig für Authentifizierungen genutzt, beispielsweise im Rahmen des Online-Bankings. Und als großer Vorteil des SMS-Standards gilt, dass er auf jedem Handy funktioniert und keine Internetverbindung oder gesonderte Anmeldung voraussetzt. Für Online-Messenger müssen Absender und Empfänger dagegen den gleichen Dienst installiert haben.

          Am kommenden Sonntag steht ein Jubiläum an: Am 3. Dezember 1992 verschickte der britische Computertechniker Neil Papworth über einen PC die erste SMS überhaupt. Sie ging an den Vodafone-Mitarbeiter Richard Jarvis. Papworth, der für ein Unternehmen arbeitete, das Vodafone als Kunden betreute, wünschte in der Kurznachricht „Merry Christmas“ – schließlich befand sich Jarvis gerade auf einer Weihnachtsfeier seines Konzerns.

          Seit diesem denkwürdigen Augenblick wurden Billionen Kurznachrichten (SMS = Short Message Service) gesendet und empfangen. Vor einem Vierteljahrhundert rechnete niemand mit einem solchen Erfolg. Ausgangspunkt für die SMS waren Konzepte aus den achtziger Jahren für einen Textnachrichtendienst. Der deutsche Ingenieur Friedhelm Hillebrand legte seinerzeit als Projektleiter der Bundespost die Grundlagen. Sie flossen in den 1992 eingeführten Mobilfunkstandard GSM ein, der noch heute die Basis für Handy-Telefonate bildet.

          Geschichte widerlegte die Skeptiker

          In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Woche berichtete Hillebrand von seiner Idee, die letztlich darin mündete, für das Telefonieren nicht benötigte Funkkanalkapazitäten für 160-Zeichen-Nachrichten einzusetzen. „Diese Kurznachrichten braucht doch kein Mensch“, fanden Kollegen, denen er davon erzählte. Die Geschichte widerlegte die Skeptiker. Und das hat auch nach Hillebrands Einschätzung damit zu tun, dass die SMS so universal funktioniert, mit allen Geräten und in allen Netzen.

          Seine Schöpfung sieht Hillebrand noch längst nicht am Ende. Schließlich handele es sich um ein robustes Kommunikationsmittel, das sogar Menschenleben rettet. Den Anfang November am Dachstein verunglückten Bergsteiger, der fünf Tage in einer Felsspalte gefangen war, fanden die Einsatzkräfte nur dank einer SMS mit seinen genauen GPS-Koordinaten.

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