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Größte deutsche Autovermietung : Sixt-Chef hält Elektroautos für „schweren politischen Fehler“

  • Aktualisiert am

Der Vorstandsvorsitzende des Autovermieters Sixt SE, Erich Sixt, aufgenommen am 15.03.2016 in München. Bild: dpa

Die Straßen der Zukunft werden von Elektroautos befahren – von dieser Vision hält der Sixt-Chef Erich Sixt nichts. Er setzt lieber auf Carsharing.

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          Der Chef und Großaktionär von Deutschlands größtem Autovermieter Sixt hält wenig von Elektroautos. „Ich glaube nicht an E-Autos, das ist politisch ein schwerer Fehler“, sagte Erich Sixt am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

          Der 73-Jährige verwies unter anderem darauf, dass wichtige Rohstoffe wie Kobalt für die Batterien in chinesischer Hand seien. Zudem verschlinge der Aufbau der Lade-Infrastruktur viel Geld. „Die Reichweite ist nach wie vor eine Katastrophe. Sie müssen hier Abermilliarden investieren.“

          Bei Sixt seien Elektroautos als Mietwagen kaum gefragt, nur von wenigen Kunden, die sie ausprobieren wollten. Einige riefen dann den Vermieter um Hilfe, weil sie auf der Autobahn nach Garmisch-Partenkirchen liegengeblieben seien.

          40.000 Sixt-Autos per App buchen

          Auch in der Heimat des Elektroauto-Pioniers Tesla seien die Fahrzeuge als Mietwagen nicht stärker nachgefragt, sagte Sixt. „Wohlhabende legen sich einen Tesla zur Gewissens-Beruhigung zu.“ Einzige Ausnahme sei die Ferieninsel Sylt, wo Sixt eine Flotte von rund 200 BMW i3 und i8 vorhalte.

          „Da würde ich sofort eines mieten – das ist leise und passt gut in die Landschaft.“ Sollte sich an der Einstellung der Fahrer etwas ändern, werde Sixt aber reagieren: „Wenn ich mich täusche, kaufen wir so viele Elektroautos, wie der Kunde will.“

          Derzeit rüstet Sixt seine Autos mit Telematik-Systemen aus, um sie auch für Carsharing nutzen zu können. Damit will das Unternehmen aus Pullach bei München seinem bisherigen Partner BMW Konkurrenz machen. Bis Jahresende sollen 40.000 Sixt-Autos in Deutschland über eine App anzumieten sein. Das sei weit mehr als alle Carsharing-Anbieter zusammen hätten.

          „Carsharing ist auch nichts anderes als Mieten“, sagte Sixt. Allerdings denkt er offenbar nicht an das klassische Carsharing, bei dem die Autos an einem beliebigen Platz abgestellt werden können. Das sei ein „sehr, sehr kleines Segment“, das nur in wenigen großen Städten überhaupt machbar sei.

          Sixt hatte seine 50-Prozent-Beteiligung an der Carsharing-Firma DriveNow für 209 Millionen Euro an BMW verkauft. BMW will sich in dem Geschäft mit dem Konkurrenten Daimler zusammentun, der den Minderheitsanteil des französischen Sixt-Konkurrenten Europcar an car2go erworben hatte.

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