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Sebastian Thrun : Der Visionär verdient endlich Geld

Sebastian Thrun Bild: Reuters

Sebastian Thrun ist Pionier des selbstfahrenden Autos und Gründer mehrerer Unternehmen. Jetzt verdient sein Start-up endlich Geld – aber anders, als er dachte.

          1 Min.

          Wer Sebastian Thrun nicht kennt, der hat verpasst, wie zukunftsfähig Deutsche sein können. Als Erster baute der Informatiker ein selbstfahrendes Auto, das den Wettbewerb der amerikanischen Forschungsagentur Darpa gewann – damals allerdings arbeitete Thrun schon an der Stanford-Universität.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          2003, im Jahr seines Wechsels nach Stanford, hatte er eine E-Mail von Google-Gründer Larry Page erhalten – Page wollte ihm einen Roboter zeigen. Der Kontakt blieb: Thrun arbeitete bald darauf mit Google weiter, wechselte 2011 ganz zu Google und leitete dort die Forschungsabteilung, aus der unter anderem die Autos für „Google Street View“ kamen. Inzwischen entwickelt der 52-Jährige mit einem eigenen Unternehmen Flugtaxis, die zwar oft nur eine Person transportieren, aber dabei weniger Strom verbrauchen als ein Elektroauto.

          Zwischendurch hatte er noch ein anderes Projekt. „Udacity“ ist eine Online-Akademie, teilweise finanziert von Bertelsmann, auf der man im Internet technische Fähigkeiten lernen kann, von Künstlicher Intelligenz bis zur Webentwicklung. Die Geschäfte dort hat er inzwischen an einen Manager übergeben, doch Geld verdient das Start-up inzwischen. „Seit sechs Monaten schreiben wir schwarze Zahlen“, sagte Thrun der F.A.S. am Rand der Digitalkonferenz DLD und meint damit, dass jeden Monat mehr Geld hineinkommt, als das Unternehmen ausgibt. „Ich bin darauf sehr stolz, speziell ich, als ehemaliger Akademiker wusste ich gar nicht, was ein Geschäftsmodell ist“, sagt Thrun.

          Das war nicht das Einzige, worin Thrun sich verschätzte: Ursprünglich hatte er geglaubt, er könne seine Kurse direkt an die Leute bringen – er hatte Hoffnung, dass sich genügend Menschen fürs Lernen interessieren. Das allerdings war offenbar nicht der große Wachstumsmarkt für Bildungsvermittlung. Jetzt hat Udacity ein stärkeres Geschäft gefunden: Sie verkaufen die Kurse an Unternehmen, die damit ihre Mitarbeiter weiterbilden. So funktioniert Wissensvermittlung offenbar viel besser.

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