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Börsengang geplant : Die neue SAP-Führung korrigiert eine alte Entscheidung

SAP ist weiter das wertvollstes börsennotierte deutsche Unternehmen. Bild: dpa

Der deutsche Softwarehersteller plant, die Tochtergesellschaft Qualtrics an der Börse zu platzieren. Die neuen Geschäftszahlen kommen derweil gut an.

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          SAP plant, Aktien der Tochtergesellschaft Qualtrics an der Börse zu platzieren. Knapp zwei Jahre nachdem Europas größtes Softwarehaus den amerikanischen Anbieter digitaler Marktforschungsinstrumente für den Rekordpreis von mehr als 7,5 Milliarden Euro übernommen hatte, erklärte Christian Klein, Vorstandsvorsitzender von SAP, sein Haus werde zwar weiterhin die Mehrheit der Aktien von Qualtrics halten, dennoch lote es derzeit auch den Gang an die Börse aus. „Wir glauben, dass eine Erstplatzierung der Aktien von Qualtrics am Markt alle Zutaten hat, die Anleger schätzen.“

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          SAP hatte noch unter der Führung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Bill McDermott das umsatztechnisch relativ kleine Analysehaus Qualtrics im November 2018 erworben. Der Preis für den Kauf war damals sowohl von Investoren, wie auch von führenden Managern im Konzern als deutlich zu hoch eingeschätzt worden, erlöste Qualtrics doch damals kaum eine halbe Millionen Euro im Jahr. Die Akquisition sollte ein weiterer Farbtupfer auf der Angebotspalette von SAP sein.

          Teuerster Dax-Wert

          McDermott verteidigte die Übernahme daher mehrfach. Ende vergangenen Jahres allerdings musste er nach mehr als zehn Jahren an der Spitze des Konzerns seinen Hut nehmen. Vor dem Hintergrund eines neuen Rekordergebnis im gerade beendeten Quartal will der neue Vorstand um den Vorsitzenden Christian Klein den Schritt von vor zwei Jahren nun offenbar korrigieren.

          Das Softwarehaus aus Walldorf bietet seinen Kunden Programme zur Steuerung und Verwaltung von Unternehmen. Mit dem Datenbanksystem Hana hat es eines der modernsten Systeme der Branche. Darüber können sich Kunden via Internet Software und Datendienste kaufen oder mieten. SAP ist das weltweit größte Unternehmen seiner Art.

          An der Frankfurter Börse wird es momentan mit einem Marktwert von mehr als 160 Milliarden Euro das wertvollste Unternehmen im Deutschen Aktienindex Dax. Seit Mitte März hat die Aktie fast 40 Prozent an Wert gewonnen. Denn Trotz der Corona- und Wirtschaftskrise ist SAP weiter auf Wachstumskurs. Absatz, Umsatz und Betriebsgewinn im Quartal sind gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres abermals gestiegen.

          Der operative Mittelzufluss (Cashflow) legte im zweiten Quartal beträchtlich zu. Das war im Wesentlichen auf positive Effekte aus geringeren Zahlungen an Lieferanten und geringeren Einkommensteuerzahlungen als erwartet zurückzuführen. Der Cashflow betrug in den ersten sechs Monaten 3,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 40 Prozent im Jahresvergleich.

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