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Quartalszahlen : Samsung steigert den Betriebsgewinn um 53 Prozent

Das Logo von Samsung an einer Tür zu einem Showroom in Seoul. Bild: AFP

Die große Nachfrage nach elektronischen Speicherbausteinen führt Samsung zu einem Quartalsgewinn von umgerechnet mehr als 9 Milliarden Euro. Apple trägt mit einer Entschädigungszahlung zu dem guten Ergebnis bei.

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          Südkoreas größtes Konglomerat Samsung Electronics hat im zweiten Quartal des Jahres den operativen Gewinn voraussichtlich um 53 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert und damit die Prognosen von Analysten deutlich übertroffen. Samsung erwartet nach eigenen Angaben ein operatives Plus von 12,5 Billionen Won (9,3 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 63 Billionen Won.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Schon im ersten Quartal hatte Samsung den operativen Gewinn um 47 Prozent gesteigert. Damals trug vor allem ein guter Verkauf von Smartphones zu der Gewinnsteigerung bei. Jetzt aber unterstreicht das vorläufige Ergebnis nach Einschätzung von Analysten, wie sehr das Unternehmen von der großen Nachfrage nach elektronischen Speicherbausteinen profitiert, die auch im aktuellen Quartal andauern soll. Samsung selbst wird Details zu dem Quartalsergebnis erst Ende des Monats veröffentlichen.

          Das südkoreanische Vorzeigeunternehmen ist der größte Hersteller von Speicherchips, die in Smartphones und Computern gebraucht werden. Der Preis der DRAM-Chips zog im zweiten Quartal im Durchschnitt um etwa 15 Prozent an. Dazu trägt bei, dass Unternehmen ihre Datenzentren ausbauen, nachdem die Corona-Pandemie die Nachfrage nach internetbasierten Dienstleistungen angetrieben hat. Die Chips-Vorräte, die manche Unternehmen angelegt hatten, sind mit dem großen Interesse der Verbraucher an elektronischen Geräten kleiner geworden. Positiv wirkte sich auf das Quartalsergebnis auch aus, dass die Produktion in einem Halbleiterwerk Samsungs im amerikanischen Austin wieder läuft, nachdem es im ersten Quartal dort unwetterbedingte Produktionsausfälle gegeben hatte.

          Geringere Nachfrage nach Smartphones

          Analysten gehen indes davon aus, dass das Geschäft mit Smartphones im zweiten Quartal weniger gut lief. Nach einer Schätzung verkaufte Samsung im zweiten Quartal etwa 59 Millionen der mobilen Kommunikationsgeräte, nach 76 Millionen im ersten Quartal. Der Rückgang liegt zum Teil darin, dass Samsung ein neues Spitzenhandy im ersten Quartal früher als gewöhnlich an den Markt brachte, was Nachfrage vorverlagerte. Analysten verwiesen auch auf ein schlechteres Geschäft in Indien, weil die Pandemie dort die Nachfrage belastete. Schon im ersten Quartal hatte das Unternehmen zudem erklärt, dass es zu Engpässen bei Prozessoren komme. Samsung profitiert und wird an anderer Stelle zugleich belastet durch die globale Knappheit an Halbleitern.

          Samsung wies darauf hin, dass die vorläufigen Zahlen einen einmaligen Gewinn im Geschäft mit Displays enthielten. Allgemein vermutet wird, dass das eine Entschädigungszahlung des amerikanischen Elektronikunternehmens Apple sei. Apple hatte von Samsung weniger Bildschirme für seine Smartphones abgenommen als zuvor bestellt. Nach Medienberichten lief unter anderem der Verkauf des kleinsten iPhones nicht so gut wie erwartet. Die Kompensationszahlung könnte sich auf 1 Billionen Won belaufen, meinen Analysten.

          Das Halbleiter-Werk in Austin ist eine sogenannte Foundry, in dem Samsung als Auftragnehmer Logik-Chips für andere Unternehmen herstellt. Samsung investiert in diesem Geschäftsbereich derzeit intensiv, um gegenüber Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) aufzuholen. Das geht einher mit Bemühungen der südkoreanischen Regierung von Präsident Moon Jae-in, die Halbleiter-Industrie in Südkorea zu stärken. Mit Samsung und SK Hynix hat das Land führende Hersteller von Speicherchips. Im Bereich von Logik-Chips, dem Gehirn, von Computern, aber besteht nach Meinung der Regierung Nachholbedarf. Geplant sind Steuererleichterungen und die Lockerung von Regulierungsauflagen, um Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion zu fördern.

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