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Speicherchips blühen : Intel ist nicht mehr größter Chip-Hersteller

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Samsung-Speicherchips. Bild: dpa

An der Weltspitze der Chiphersteller ändert sich etwas. Bisher war Intel der größte, weil das Unternehmen die Prozessoren für Computer liefert. Aber damit lässt sich Rang Eins nicht mehr halten.

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          Der größte Chip-Hersteller der Welt heißt nicht mehr Intel, sondern Samsung. Obwohl Intel im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 63 Milliarden Dollar erreicht hat, schob sich Samsung noch weiter nach vorne: 69 Milliarden Dollar Umsatz standen am Ende des Jahres in der Chip-Sparte zu Buche.

          Zwar dominiert Intel nach wie vor das Geschäft mit Hauptprozessoren für Computer. Doch Samsung liegt bei Speicherchips vorne, die auch in Smartphones und andere Geräte eingebaut werden. Intel hatte sich aus diesem Geschäft in den 90er-Jahren verabschiedet und erst vor kurzem wieder damit angefangen. Zudem beschäftigt sich Samsung mehr und mehr mit Prozessoren für Smartphones, die bisher von Qualcomm dominiert werden. Auch die Krypto-Anlagen, die viel Rechenzeit brauchen, trugen zu Samsungs Erfolg bei.

          Auch der Blick nach vorne fiel optimistisch aus. „Trotz der traditionell langsamen Saison wird erwartet, dass das erste Quartal (2018) eine starke Nachfrage nach Speicherprodukten für Datenzentren zeigen wird“, hieß es in der Firmenmitteilung. Im Display-Geschäft stieg im vergangenen Quartal vor allem der Absatz von OLED-Bildschirmen für Premium-Smartphones.

          Insgesamt stieg Samsungs Überschuss im vierten Quartal 2017 im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 12,26 Billionen Won (9,2 Milliarden Euro), wie der Marktführer bei Smartphones, Speicherchips und Fernsehern am Mittwoch mitteilte. Das war der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte des südkoreanischen Unternehmens. Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf die Rekordhöhe von umgerechnet 49,6 Millionen Euro

          SAMSUNG EL./25 GDRS NV PF

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          Noch im Herbst hatte der Leiter des Halbleitergeschäfts, Kwon Oh Hyun, von einer „beispiellosen Krise“ im Unternehmen gesprochen. Der Mutterkonzern war in einen Korruptionsskandal um die frühere Staatspräsidentin Park Geun Hye verstrickt. Der Erbe des Samsung-Imperiums und Vizevorsitzende der Elektroniktochter, Lee Jae Yong, verbüßt wegen versuchter Präsidenten-Bestechung und anderer Vergehen eine Haftstrafe. Derzeit läuft sein Berufungsprozess.

          In der Sparte IT und mobile Kommunikation (Smartphones) verzeichnete der Apple-Rivale im vierten Quartal im Jahresvergleich einen leichten Rückgang des operativen Gewinns auf umgerechnet 1,8 Milliarden Euro.

          In der starken Jahressaison, in der sich vor allem der Verkauf von Flaggschiff-Produkten wie dem Galaxy Note 8 erhöht habe, seien die Marketingkosten gestiegen, hieß es. Samsung erwartet für dieses Jahr weiter eine steigende Nachfrage infolge neuer Produkte. Die Krise um das frühere Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7, das Samsung vor mehr als einem Jahr wegen brennender Akkus aus dem Handel genommen hatte, gilt als weitgehend überwunden.

          Im Gesamtjahr 2017 konnte Samsung den Überschuss um 85,6 Prozent auf umgerechnet 31 Milliarden Euro steigern. Der Umsatz kletterte um 18,6 Prozent auf umgerechnet 180 Milliarden Euro.

          Der Verwaltungsrat von Samsung Electronics billigte am Mittwoch nach Firmenangaben zudem einen Aktiensplit als „einen weiteren Schritt, um den Unternehmenswert zu verbessern“. Bei der Teilung wird jede Aktie durch 50 neue ersetzt. Das vergrößert die Anzahl existierender Aktien, gleichzeitig verringert sich dadurch der Preis pro Stück. Samsung will dadurch die Zahl der Anteile um das 50-fache erhöhen. Mit dem Split soll die Aktie handelbarer werden. Der Kurs des Samsung-Papiers zog nach der Bekanntgabe des Aktiensplits an.

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