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Soziale Netzwerke : Rupert Murdoch verlangt, dass Facebook für Nachrichten zahlt

  • Aktualisiert am

Rupert Murdoch Bild: dpa

Die Diskussion um Falschinformation nimmt eine neue Wendung: Der Medienunternehmen Murdoch verlangt von Facebook eine Gebühr für vertrauenswürdige Nachrichten. Und zieht einen Vergleich.

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          Facebook hat gerade zwei wichtige Veränderungen angekündigt: Im persönlichen Nachrichtenstrom (News Feed) spielen Mitteilungen von Familie und Freunden künftig eine größere Rolle, öffentliche Inhalte eine kleinere. Außerdem kündigte der Gründer des größten sozialen Netzwerks des Planeten, Mark Zuckerberg, an, dass Anstrengungen unternommen werden sollen, um qualitativ hochwertige und vertrauenswürdige Nachrichtenquellen zu ermitteln und diese entsprechende höher zu gewichten.

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          Der Medien-Unternehmer Rupert Murdoch will, dass Facebook noch einen Schritt weitergeht: Es soll Medienunternehmen Geld zahlen für die Verbreitung ihrer Inhalte. „Wenn Facebook „vertrauenswürdige“ Verlage anerkennen will, sollte es ihnen eine ähnliche Gebühr bezahlen, wie sie bei Kabel-Unternehmen üblich ist“, erklärte Murdoch. Kabel- oder Satelliten-TV-Anbieter zahlen Fernsehsendern für das Recht, ihr Programm zu verbreiten.

          Für Facebooks Gewinne hätte eine solche Abgabe nur geringe Folgen, aber sie würde die Aussichten für Verleger und Journalisten stark verbessern, argumentierte Murdoch. Ihm gehören unter anderem die Londoner „Times“, die Boulevardzeitung „Sun“, das „Wall Street Journal“ sowie das Medienunternehmen 21st Century Fox.

          Die Medien-Inhalte steigerten den Wert von Facebook, aber die Anbieter würden dafür nicht angemessen belohnt, kritisierte Murdoch. Facebook und Google hätten skurrile Nachrichten popularisiert über Algorithmen, die für die Plattformen zwar profitabel, aber von Natur aus nicht verlässlich seien. Facebook sprach mit Medien auch über Abo-Modelle, jedoch habe er noch keinen Vorschlag gesehen, „der den Investitionen und dem sozialen Wert von professionellem Journalismus gerecht wird“, erklärte Murdoch. Er habe zwar keine Zweifel daran, dass Mark Zuckerberg aufrichtig sei, aber es gebe einen ernsthaften Mangel an Transparenz.

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