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Eric Schmidt : Rätselraten um Mr. Google

  • Aktualisiert am

Eric Schmidt in New York (September 2012) Bild: Reuters

Der ehemalige Chef von Google und oberste Repräsentant des Mutterkonzerns Alphabet, Eric Schmidt, gibt seinen Job auf. Hat das etwas mit dem amerikanischen Präsidenten zu tun?

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          Führungswechsel beim Google-Dachkonzern Alphabet: Eric Schmidt, der seit der Gründung von Alphabet vor zwei Jahren an der Spitze des Verwaltungsrats gestanden hatte, kündigte am Donnerstag seinen Rücktritt an. Er wolle dem Konzern künftig als technischer Berater zur Seite stehen und sich ansonsten mehr um seine philanthropischen Aktivitäten kümmern, hieß es in einer Erklärung.

          Der Schritt sei mit Alphabet-Vorstandschef Larry Page und Google-Chef Sundar Pinchai abgestimmt, erklärte Schmidt. Sie alle stimmten darin überein, dass nun „der richtige Zeitpunkt in der Entwicklung von Alphabet für einen Übergang gekommen“ sei. „Die Struktur von Alphabet funktioniert gut.“

          Nach 17 Jahren im Dienste des Unternehmens werde Schmidt künftig als Berater in Wissenschafts- und Technologiefragen wirken, erklärte Page. Page und der Google-Mitgründer Sergey Brin hatten den Geschäftsmann und Softwareingenieur Schmidt im Jahr 2001 in das Unternehmen geholt. Page, Schmidt und Brin galten lange als mächtiges Triumvirat an der Spitze von Google.

          Nach der Umstrukturierung von Google 2015 trat Schmidt an die Spitze des Verwaltungsrats des neu gegründeten Dachkonzerns Alphabet. Diesen Job werde er bei der nächsten regulären Sitzung des Rats im Januar abgeben, erklärte Schmidt. In den Vereinigten Staaten hat ein Verwaltungsrat mehr Vollmachten als deutsche Aufsichtsräte und bestimmt unter anderem die Strategie eines Unternehmens mit.

          Nun wird spekuliert, ob der Wechsel Schmidts möglicherweise etwas mit dem amtierenden amerikanischen Präsidenten zu tun hat. Hat Schmidt keine Lust mehr, sich mit Donald Trump abzugeben? In seiner Funktion als Verwaltungsratschef war er auch so etwas wie der oberste Repräsentant des Alphabet-Konzerns und als solcher Ansprechpartner für die Politik. Oder bereitet er sich gar auf eine Karriere in der Politik vor? Im vergangenen Wahlkampf galt er als vehementer Unterstützer der Demokratin Hillary Clinton, engagierte sich zuvor schon für Barack Obama.

          Schmidt zählt zu den reichsten Menschen der Erde. Das Magazin „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf 13,8 Milliarden Dollar – zumeist in Form von Alphabet-Aktien. Schmidt setzt sich außerdem mit seiner Stiftung für wohltätige Zwecke ein, unter anderem für den Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel.

          Auch zuletzt hat er mit Alphabet gemeinsam mit den Konzernen um Mark Zuckerberg und Bill Gates Millionen Dollar für Lobbyarbeit zugunsten der Ausweitung von Gastarbeiterprogrammen ausgegeben, ist für die Liberalisierung von Immigration. Donald Trump kämpft seit Monaten nicht nur dafür, Immigration aus Staaten mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung einzuschränken. Er hat auch die sogenannten H-1B-Visa ins Visier genommen, die qualifizierten Ausländern temporäre Arbeit in den Vereinigten Staaten erlauben. Alphabet profitiert enorm von solchen ausländischen Fachkräften.

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