https://www.faz.net/-gqe-9hl8i

Verärgerte Republikaner : Hält Google Trump für einen Idioten?

Demonstranten lassen in Buenos Aires vor dem G20-Gipfel einen Trump-Ballon steigen. Bild: AFP

Für die Republikaner ist die Sache klar: Google hat einen Linksdrall. Vor dem Kongress muss sich Chef Pichai rechtfertigen: Warum erscheinen bei der Suchanfrage „Idiot“ Bilder von Trump?

          1 Min.

          Ist Google voreingenommen, was konservative Inhalte betrifft? Republikanische Abgeordnete glauben das und haben versucht, den Google-Chef Sundar Pichai in die Enge zu treiben. Er war am Dienstag vor dem Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses erschienen.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Der Republikaner Lamar Smith brachte die Vorbehalte seiner Partei auf den Punkt. Die Mitarbeiter von Google seien linksliberal und ließen ihre politischen Einstellungen in den Suchprozess einfließen. Smith verwies auf Studien, die die These bestätigten, Googles Suchauswahl habe einen Linksdrall. „Ich denke, Menschen können den Prozess manipulieren.“

          Pichai widersprach heftig, kein einzelner Google-Mitarbeiter könne den Such-Algorithmus manipulieren, das Suchprogramm treffe keine politische Auswahl. Er bezweifelte auch, dass Studien, die zu anderen Aussagen kamen, repräsentativ seien.

          Die demokratische Abgeordnete Zoe Lofgren stellte die Frage, warum das Bild von Donald Trump erscheine, wenn sie das Wort „Idiot“ in die Suchmaske für Bildersuche eingebe. Nach der Erklärung von Pichai durchsucht Google Bilderdatenbanken und fischt jene Bilder heraus, in deren Begleittext das Suchwort besonders häufig auftaucht. Relevanz, Aktualität und das Nutzersuchverhalten würden bei der Auswahl berücksichtigt, aber keine politischen Kriterien.

          Abgeordnete haben auch ihre Besorgnis darüber ausgedrückt, dass Google mit seinen Programmen China helfen könnte, seine Bürger auszuspähen. Pichai versicherte, Google hege keine Pläne, nach China zu gehen. Der republikanische Fraktionschef Kevin McCarthy hatte zu Beginn der Anhörung gesagt, Silicon Valley müsse das Vertrauen zurückgewinnen und eine fundamentale Frage beantworten: Dienen sie als Instrumente der Freiheit oder als Instrumente der Beherrschung?

          Weitere Themen

          Millionen Kundendaten im Netz

          Autovermietung Buchbinder : Millionen Kundendaten im Netz

          Die Daten von drei Millionen Kunden samt persönlicher Angaben wie Adressen, Namen und E-Mails sollen über Wochen abrufbar gewesen sein – auch die des Grünen-Chefs Robert Habeck und der Angehörigen verschiedener Botschaften.

          Trump droht EU mit Autozöllen Video-Seite öffnen

          Davos : Trump droht EU mit Autozöllen

          Amerikas Präsident Trump sagte am Mittwoch in Davos, dass die EU-Kommission als Verhandlungspartner hartnäckiger sei als China. Er habe ein Datum im Kopf, sagte Trump mit Blick auf die mögliche Einführung von Sonderzöllen auf europäische Autos.

          Nokia-Chef kritisiert 5G-Auktionen

          Mobilfunkstandard : Nokia-Chef kritisiert 5G-Auktionen

          Der Vorstandsvorsitzende des finnischen Mobilfunkausrüsters rechnet damit, dass die Umstellung von 4G auf 5G vier Mal so schnell gehen werde wie in der Generation zuvor – und appelliert an Politiker, die Einführung nicht zu erschweren.

          Topmeldungen

          Der russische Oligarch Wjatscheslaw Mosche Kantor

          Auschwitz-Gedenken in Israel : Eine Bühne für Putin

          In Jerusalem erinnert das erste „Welt-Holocaust-Forum“ an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Ohne politische Verwerfungen läuft das nicht ab – ein russischer Oligarch spielt dabei eine pikante Rolle.
          Ein Mitarbeiter versprüht Desinfektionsspray an einem Bahnhof in Wuhan.

          Neuartige Lungenkrankheit : „Wir sind nun in der kritischsten Phase“

          Seit Sonntag ist die Gesamtzahl der mit dem Coronavirus Infizierten in China um das Siebenfache gestiegen, die Behörden melden inzwischen 17 Todesfälle. Die jährliche Reisewelle zum Neujahrsfest wird deshalb zur Herausforderung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.