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Mond, Mars und mehr : Die Eroberung des Alls läuft auf Hochtouren

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Die japanische Raumsonde „Hayabusa2“ setzt derweil nach ihrer kürzlich erfolgreich beendeten „Ryugu“-Mission ihre Reise durchs All fort: diesmal lautet das Ziel „1998KY26“. Dabei handelt es sich um einen weiteren erdnahen Asteroid. Japan hofft, dass sich die Sonde dem Himmelskörper im Juli 2031 nähern und seine Umdrehungen per Kamera beobachten kann. Dieser Asteroid ist lediglich rund 40 Meter groß und rotiert extrem schnell. Ein Objekt mit diesen Eigenschaften wurde laut Experten bisher noch nie von einer Raumsonde besucht. Die Forscher erwarten, dass die vergleichenden Beobachtungen die gewonnenen Erkenntnisse aus der Hayabusa2-Mission vertiefen.

Zudem investiert die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in die Entwicklung diverser Satelliten, die unter anderem der Erforschung des globalen Klimawandels dienen sollen. Auch im lukrativen Geschäft mit Satellitentransporten will Japan weiter mitmischen.

Vereinigten Arabische Emrirate: Im Wettlauf um die nächsten Erfolgskapitel in der Raumfahrt mischen auch die Vereinigten Arabischen Emirate immer stärker mit. Im Juli hatte der schwerreiche Golfstaat als erste arabische Nation eine 1350 Kilogramm schwere Raumsonde zum Mars losgeschickt. Sie hat die Hälfte ihrer Strecke bereits hinter sich und soll am 9. Februar in eine Mars-Umlaufbahn einschwenken. Die „Hope“-Mission soll helfen, das erste vollständige Bild des Mars-Klimas über ein komplettes Mars-Jahr zu erfassen.

Zudem arbeiten die Emirate an einer Mond-Mission, bei der im Jahr 2024 ein unbemanntes Raumfahrzeug zum Erdtrabanten starten und dort in einer bisher unerforschten Gegend landen soll. In hohem Tempo vorangetrieben wird das Raumfahrtprogramm von Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum, Vizepräsident der Emirate und Emir von Dubai. Das Land hofft auf wissenschaftliche Erkenntnisse, positive Effekte für Wirtschaft und Bildung und Anreize für Investoren aus dem Ausland.

Ziel ist gleichzeitig die Imagepflege, ähnlich wie im Falle des Nachbarn Saudi-Arabien. Die Lage der Frauen- und Menschenrechte ist Kritikern zufolge in beiden Staaten haarsträubend. Die saudische Raumfahrtbehörde wurde per königlichem Dekret im Dezember 2018 geschaffen - kaum drei Monate nach der Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi.

Indien: Das indische Weltraumprogramm hat vor allem der nationalistische Premierminister Narendra Modi vorangetrieben. Er will so zeigen, dass sein Land international bedeutender wird. Auch in diesem Jahr ist das Budget erhöht worden. Doch wegen Corona und entsprechenden Beschränkungen gab es größere Rückschläge. Seit Corona gab es erstmals im November Satellitenstarts - und das in einem Land, das dafür bekannt ist, viele Satelliten relativ günstig ins All zu schießen, auch für andere Länder.

Auch das für dieses Jahr geplante Prestigeprojekt „Aditya-L1“, eine Mission zur Sonne, wurde vorerst verschoben. Es soll, wenn möglich und Corona-Restriktionen dies erlaubten, 2021 stattfinden, sagte ein Sprecher der indischen Raumfahrtsbehörde Isro. Auch eine abermalige Mondlandung mit Namen „Chandrayaan-3“ sei 2021 geplant, nachdem ein erster Versuch im vergangenen Jahr missglückt ist. Ein solches Projekt ist bisher erst drei Nationen gelungen - den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und China. Später will das Land auch Astronauten ins All schicken („Gaganyaan“). Indische Astronauten werden zurzeit in Russland dafür trainiert, sagte der Sprecher. Einige Fachleute kritisieren, dass das Schwellenland mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern viel Geld für große Weltraumprojekte ausgibt, während noch viele Menschen in Armut leben.

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