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Mond, Mars und mehr : Die Eroberung des Alls läuft auf Hochtouren

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Russland will außerdem mit seinem Ruf als Weltraumnation Geld verdienen. Dazu wird etwa der Spruch „Pojechali!“ („Los geht’s“) von Juri Gagarin, dem ersten Menschen im Weltall, als Markenname geschützt - für Schreibwaren, Kosmetik und andere Dinge, wie Roskosmos mitteilte.

Europa: Das Jahr 2021 bringt ein Highlight für zwei Astronauten der europäischen Raumfahrtagentur Esa, der Franzose Thomas Pesquet und der Deutsche Matthias Maurer sollen zur ISS fliegen. Der Franzose soll im Frühjahr ins All starten, der Saarländer im Herbst. „Cosmic Kiss“, kosmischer Kuss, heißt Maurers Mission. Der ungewöhnliche Name ist der Europäischen Weltraumorganisation Esa zufolge eine Liebeserklärung an den Kosmos. Ein halbes Jahr lang soll Maurer auf der Internationalen Raumstation leben und arbeiten.

Die Esa bekommt 2021 einen neuen Chef. Der Österreicher Josef Aschbacher löst den Deutschen Jan Wörner voraussichtlich im Sommer ab; Mitte Dezember wurde er offiziell für den Posten ausgewählt. Derzeit leitet Aschbacher das Erdbeobachtungs-Programm der Esa. Wörner ist seit 2015 Generaldirektor der Organisation mit Sitz in Paris.

Sorgen bereitet die neue europäische Trägerrakete „Ariane 6“. Sie hätte eigentlich schon Ende 2020 erstmals abheben sollen, unter anderem wegen der Corona-Pandemie wird sich der Start nun wohl bis 2022 verzögern. „Wir haben zwar Entwicklungsprobleme, aber die Qualität des Produktes wird nicht infrage gestellt“, erklärte Deutschland-Chef Pierre Godart des Raketenhersteller Ariane Group.

Die Esa geht außerdem davon aus, dass die neue Trägerrakete Vega C im zweiten Quartal 2021 zum ersten Mal starten kann. Ende des Jahres soll das neue James Webb-Teleskop vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All starten. Das Teleskop ist ein gemeinsames Projekt von Nasa, Esa und der kanadischen Raumfahrtagentur CSA und Nachfolger des Hubble-Teleskops. Es soll das Verständnis der Entstehung von Galaxien, Sternen und Planeten erweitern.

China: Gerade gelang China wieder ein Flug zum Mond - und nach der Landung erstmals wieder zurück. Als dritte Raumfahrtnation nach den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion brachte China mit „Chang’e 5“ Mondgestein zur Erde - und überhaupt das erste Mal wieder seit dem Jahr 1976. Erst im vergangenen Jahr war China mit einer Sonde als erste Nation auf der relativ unerforschten Rückseite des Erdtrabanten gelandet.

Die ehrgeizigen Raumfahrtpläne Chinas sind von der Corona-Pandemie nicht erkennbar beeinflusst worden. Bei seiner ersten unabhängigen Mission zum Mars will China im Frühsommer 2021 auf dem „Roten Planeten“ landen. Das Raumschiff „Tianwen-1“, das im Juli gestartet war, besteht aus einem Orbiter, einem Landegerät und einem Gefährt von der Größe eines Golfplatz-Fahrzeugs. Gelingt die riskante Landung, wäre China nach den Vereinigten Staaten die zweite Nation der Welt, die erfolgreich eine Sonde auf den Mars gebracht hat. Im kommenden Jahr soll auch der Bau einer eigenen chinesischen Raumstation beginnen, indem das Kernmodul sowie zwei weitere Elemente ins All gebracht werden.

Japan: Die asiatische Hightech-Nation Japan will sich ebenfalls bei der Erforschung des Mondes engagieren. Dabei soll künftig Wasserstoff als Treibstoff verwendet werden, den die Japaner aus den Eisvorkommen des Mondes gewinnen wollen. Gemeinsam mit den Vereinigten Staaten will Japan in den zwanziger Jahren an einer Mondstation bauen und um das Jahr 2035 eine Treibstofffabrik am Südpol des Mondes errichten. Ziel ist es nach Angaben der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa, damit ein wiederverwendbares Raumschiff zu versorgen. Zudem soll ein Transportfahrzeug auf dem Mond angetrieben werden.

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