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Technik für das Wohnzimmer : Was taugen Universal-Fernbedienungen?

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Mit einer Universalfernbedienung lassen sich Fernseher, HiFi-Anlage und DVD-Player zugleich steuern. Bild: dpa

Mit einer Universalfernbedienung lassen sich Fernseher, HiFi-Anlage und DVD-Player zugleich steuern. Wie einfach ist das? FAZ.NET hat fünf Modelle getestet.

          3 Min.

          Wer sich nach einem harten Tag aufs Sofa schmeißt, der ärgert sich oft über Chaos auf dem Couchtisch: eine Fernbedienung für das TV-Gerät, eine für den Receiver, eine weitere für die Lautsprecher. Oder halt, war das nicht die für den DVD-Player? Wer den Kontrollverlust beenden will, stößt schnell auf Universalfernbedienungen. Sie unterscheiden sich äußerlich kaum von normalen Fernbedienungen und senden ihre Signale ebenfalls per Infrarotwellen. Ihr Vorteil: Der Nutzer wechselt bequem zwischen den Geräten mit einem einzigen Tastendruck.

          Das Angebot ist groß. Wir nehmen fünf Modelle zwischen 6 Euro und 40 Euro ins Visier. Das günstigste Modell ist die „4 in 1“-Variante von Heitech für 5,99 Euro. Der Online-Händler Pearl schickt seine „8 in 1“-Fernbedienung für 8,85 Euro inklusive Versandkosten ins Rennen. Medion konkurriert mit seiner „Life E74013“ aus dem Online-Shop für 24,90 Euro inklusive Versandkosten. Ebenfalls am Start: die „Smart Control 5“ von One for all sowie die „Harmony 350 Control“ von Logitech, beide für 39,99 Euro im Elektrofachmarkt.

          Als Spielfeld dient ein gewöhnliches Wohnzimmer mit vier infrarotfähigen Geräten. Es gilt, einen Fernseher, einen Kabel-Receiver, einen DVD-Player und eine kompakte HiFi-Anlage aus einer Hand umfassend zu dirigieren. Alle Testgeräte sollten eigentlich mit diesem Wohnzimmer-Szenario klarkommen.

          Ein bisschen programmieren muss sein

          Wer sofort entspannt losbedienen will, wird enttäuscht. Die Fernbedienungen müssen zunächst auf die Funktionen der Endgeräte programmiert werden. Jeder Hersteller arbeitet dafür mit spezifischen Codes für alle möglichen Typen von Fernsehern, Receivern oder Musikanlagen. Falls die vorinstallierten Codes nicht funktionieren, können Befehle manuell per Lernfunktion von der alten Fernsteuerung übertragen werden – so das Versprechen.

          Heitech treibt einen aber schon hier zur Verzweiflung. Der Hersteller spart zwar nicht mit großen Worten, und in der „großen integrierten Codedatenbank“ finden sich wirklich Codes für „fast alle Marken“ – aber auch fast nur für Fernsehgeräte. Entsprechend beherrscht das günstigste Testmodell den heimischen Flimmerkasten nach der Eingabe sofort, für die drei anderen Geräte fehlt aber der nötige Code.

          Für diesen Fall bietet Heitech – wie die meisten Hersteller – eine Suchfunktion. Die Fernbedienung probiert dabei der Reihe nach alle vorgesehenen Codes für eine bestimmte Geräteart durch, bis das Zielobjekt reagiert. Das kann eine halbe Stunde oder länger dauern. Und das nervt, weil man währenddessen aufmerksam den Moment abwarten muss, in dem es so weit ist. Falls er überhaupt kommt.

          Die Heitech-Fernbedienung findet im „trial and error“-Verfahren zumindest den DVD-Player und die Hifi-Anlage. Beim Kabel-Receiver tut sich auch nach 90 Minuten nichts. Ebenso wenig funktioniert hier die Lernfunktion. Damit ist das günstigste Testmodell in Sachen Einrichtung und Verbindung durchgefallen.

          Hifi-Kompaktanlage ist ein kniffliger Fall

          Auch die unwesentlich teurere Pearl „8 in 1“ tut sich schwer. Ihre Anleitung ist furchterregend kompliziert. Die Einrichtung funktioniert immerhin nach einigem Hin und Her, auch wenn zwei der vier Modelle erst durch die Lernfunktion zum Leben erweckt werden können. Auch bei der Medion Life funktionieren Einrichtung und Verbindung nur mit elend viel Klickerei. Den Ärger darüber mildert das einzige Display im Test. Immerhin behält man so den Überblick.

          Dass es auch einfacher geht, beweisen die Smart Control 5 und Logitechs Harmony 350. Die Smart Control findet die Zielgeräte ohne große Mühe. Für neuere Elektronik aktualisiert der Hersteller regelmäßig seine Codedatenbank in einer App, via Bluetooth können die neuen Codes dann vom Smartphone auf die Fernbedienung übertragen werden. Logitech liefert als einziger Hersteller ein USB-Kabel mit – und verzichtet dafür auf die Codeliste. Eine gute Idee: Zwar muss der Nutzer die Fernbedienung an einen Computer anschließen und eine kostenlose Software herunterladen, um sie einzurichten. Das dauert beim ersten Mal mindestens eine Dreiviertelstunde. Dafür ist das Verfahren intuitiv und funktioniert sehr gut.

          Im Test erweist sich die Hifi-Kompaktanlage als kniffliger Fall. Solche Musikanlagen sind schwierige Partner für Universalfernbedienungen, weil sie Radio, CD-Spieler und andere Tonquellen vereinen. Auch die drei teureren Testmodelle benötigen da Nachhilfe, funktionieren dann aber zuverlässig. Die beiden günstigsten übernehmen nur die Grundfunktionen der Musikanlage. Zu wenig, um die Originalfernbedienung zu ersetzen.

          Lohnt der ganze Aufwand? Wer kein bisschen technikaffin ist, der sollte sich keine Universalfernbedienung kaufen – es sei denn, sie wird ohnehin mitgeliefert, was bei modernen Heimkinos manchmal der Fall ist. Wer dagegen sein Heimkino intensiv nutzt, der wird sich auf lange Sicht über die praktischen Helfer freuen. Das gilt aber nicht für alle Modelle: Die beiden günstigsten Kandidaten von Pearl und Heitech landen auf den letzten Plätzen. Das Heitech-Modell taugt höchstens als Ersatzfernbedienung für den Fernseher. Die Kandidaten von Medion und Logitech sind solide. Den Testsieg erringt die Smart Control 5, die vielseitig einsetzbar ist und keine großen Schwächen zeigt.

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