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Fliegende Autos : Auch Porsche denkt über Lufttaxis nach

  • Aktualisiert am

Prototyp des Lilium-Jets auf einem Testflug im April Bild: Lilium

Autohersteller Porsche baut nicht nur schnelle Autos, er forscht offenbar auch an fliegenden Modellen. Damit ist er längst nicht das einzige Unternehmen.

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          Auch der schwäbische Autohersteller Porsche kann sich offenbar vorstellen, Personen statt auf Straßen in der Luft zu befördern. „Das macht schon Sinn. Wenn ich von Zuffenhausen zum Stuttgarter Flughafen fahre, brauche ich mindestens eine halbe Stunde, wenn ich Glück habe. Mit dem Flieger wären es dreieinhalb Minuten“, sagte Vertriebschef Detlev von Platen der „Automobilwoche“. „Das Thema dritte Dimension bewegt uns. Ich kann mir gut vorstellen, dass so etwas mal auf dem Porsche-Weg kommen könnte.“

          Die Volkswagen-Tochtergesellschaft will offenbar schon bald eine Skizze für das Design präsentieren. Das Unternehmen hat demnach ein Fluggerät vor Augen, bei dem der Passagier auch die Steuerung übernehmen kann. „Einen Porsche fährt man selbst – so könnte dies auch im Fall einer Drohne sein. Aber ohne dass dafür ein Pilotenschein notwendig ist, weil das Gerät eben vieles selbst machen kann“, sagte von Platen. Er sehe Einsatzmöglichkeiten für die Porsche-Drohne unter anderem in Ballungsräumen.

          Schon heute arbeiten deutsche Unternehmen daran, Passagiere vergleichbar mit einer Taxifahrt durch die Luft zu bewegen. Das Münchner Start-up Lilium etwa hat im Herbst eine Finanzierungsrunde in Höhe von 90 Millionen Dollar abgeschlossen. Ihr elektrisch betriebenes Flugzeug soll seine fünf Passagiere mit einer Ladung bis zu 300 Kilometer weit bringen und eine Geschwindigkeit von 300 Kilometer pro Stunde erreichen. Nach dem Senkrechtstart wechselt es vom Schwebe- in den Vorwärtsflug.

          Nur Elon Musk mag keine Lufttaxis

          Die Vorteile gegenüber Autos oder Zügen liegen auf der Hand: Lufttaxis könnten gegen verstopfte Straßen in den Städten wirken und gleichzeitig entlegenere Gegenden an Ballungsräume anbinden. Außerdem brauchte es keine aufwendige Infrastruktur wie Autobahnen oder Bahnhöfe. In Deutschland herrscht zwar Flugplatzzwang für Kleinflugzeuge. Aber der Lilium-Senkrechtstarter dürfte von jedem Helikopterpad abheben, wie es sie etwa auf Krankenhäusern gibt.

          Auch der Flugzeughersteller Airbus arbeitet an elektrisch betriebenen Modellen. Anfang Februar ließ Airbus den Prototypen „Vahana“ zum ersten Mal abheben: 5,7 Meter lang, 6,2 Meter breit, angetrieben von acht Elektrorotoren, kann es sich momentan einige Sekunden in der Luft halten. Ähnlich wie der Lilium-Jet kann es mit seinen Kippflügeln senkrecht starten und landen, in der Luft werden die Flügel dann für den Horizontalflug waagerecht gestellt. Vahana soll 2020 serienreif sein.

          Und dann ist da noch Uber: Gemeinsam mit der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa und einem Unternehmen namens Bell Helicopter forscht es ebenfalls an fliegenden Taxis, die ersten Modelle sollen 2020 getestet werden. Nur Elon Musk scheint kein Fan von Lufttaxis zu sein: Der Tesla-Chef, der nicht nur in Elektroautos, sondern auch in den Hyperloop investiert, lästerte letztens auf Twitter über Ubers Vorhaben: „Wenn du Drohnen über deinem Haus magst, wirst du eine riesige Anzahl von ,Autos', die über deinen Kopf fliegen, lieben. Sie sind 1000 Mal größer und lauter und blasen bei der Landung alles weg, was nicht festgenagelt ist.“

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