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Nach Pittsburgh-Terroranschlag : Das Twitter für Amerikas Rechte ist offline

  • Aktualisiert am

Trauernde in der Gedenkhalle in Pittsburgh Bild: EPA

Der mutmaßliche Terrorist von Pittsburgh hatte auf Gab.com gepostet, dass Hilfe für jüdische Flüchtlinge „sein Volk“ töte. Mehrere amerikanische Unternehmen haben Gab.com nun geblockt. Der Dienst reagiert trotzig.

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          Das soziale Netzwerk Gab.com, auf dem der wegen des Terroranschlags in Pittsburgh angeklagte Robert Bowers antisemitische Nachrichten teilte, ist offline. Der Web-Hosting-Dienst Godaddy, über den die Domain von Gab registriert war, teilte mit, dass es dem sozialen Netzwerk eine Frist von 24 Stunden gesetzt habe, um seine Inhalte zu einem anderen Hosting-Dienst zu transferieren.

          Godaddy begründet die Entscheidung damit, dass Gab die Nutzungsbedingungen verletze und Inhalte zugänglich gemacht habe, die „Gewalt gegen Menschen unterstützt und motiviert“. Auch die Bezahldienstleister Paypal und Stripe und der Speicherdienst Joynet blockierten die Webseite. Im Google Play Store ist die App des Netzwerks schon seit August 2017 nicht mehr verfügbar.

          Rechte Alternative zu Twitter

          Der angeklagte Robert Bowers hatte sich wenige Stunden vor dem Amoklauf auf Gab.com geäußert. Wohltätigkeitsorganisationen, die jüdischen Flüchtlingen helfen würden, nach Amerika zu gelangen, würden dazu beitragen, „sein Volk“ zu töten.

          Übersetzung: HIAS mag es, Eindringlinge zu bringen, die unsere Leute töten. Ich kann nicht danebensitzen und zuschauen, wie sie geschlachtet werden. Dreh Deinen Blick gerade, ich geh da rein.

          Amerikanische Medien beschreiben Gab als rechte Alternative zu Twitter. Ähnlich wie bei Twitter können Nutzer dort Nachrichten mit einer Länge von bis zu 300 Zeichen teilen. Zu den bekannteren Nutzern zählen der Journalist und Blogger Milo Yiannopoulos und der Radiomoderator Alex Jones.

          Auf Gab.com wird unterdessen nur eine Mitteilung des Netzwerks angezeigt. Gab.com werde attackiert und systematisch von Plattformen entfernt. Es laufe eine Schmierenkampagne der „Mainstream-Medien“, weil das Netzwerk „freie Meinungsäußerung und individuelle Freiheit für alle Menschen“ verteidige. Das Unternehmen arbeite mit den Behörden zusammen, um die „Schreckenstat“ von Pittsburgh aufzuklären. Unterdessen arbeite man daran, Gab.com wieder online zu bringen.

          Gab.com wurde 2016 gegründet. Der Gründer Andrew Torba entwickelte die Seite nach Berichten, dass Facebook konservative Artikel unterdrücke.

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