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Online-Broker Trade Republic : Aktienkäufe zum Nulltarif

  • -Aktualisiert am

Von links: Marco Cancellieri, Christian Hecker, Thomas Pischke - die Gründer von Trade Republic haben sich mit dem Investor Peter Thiel zusammen getan. Bild: TradeRepublic

Ein wahres Märchen aus der Start-Up-Welt: Ein Philosophiestudent gründet eine Firma, verbündet sich mit Star-Investor Peter Thiel – und attackiert traditionelle Banken.

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          Am Donnerstag war der Termin beim Notar, damit ist es offiziell: Christian Hecker, 30, ein ehemaliger Philosophiestudent aus dem Münsterland, macht jetzt gemeinsame Sache mit Peter Thiel, 52, dem deutschen Vorzeigeinvestor im Silicon Valley. Der Mann, der mit seinem Geld einst Paypal, Airbnb und Facebook angeschoben hat, steckt etliche Millionen in „Trade Republic“, das Berliner Start-up, das Hecker mit Studienfreunden gegründet hat. „Wir liegen auf derselben Wellenlänge“, sagt Hecker über seinen neuen Investor, „das war schnell klar, als wir uns in Los Angeles getroffen haben.“ Ein „Mega-Deal“, jubelt die Berliner Gründerszene im Netz über das neue Bündnis. Hecker selbst bleibt nüchterner. „Wir sind ein Tech-Unternehmen mit Banklizenz“, sagt er über seine Firma, die erst knapp ein Jahr am Markt ist und schon mehr als 150.000 Kunden hat, die ihr mehr als eine Milliarde Euro Vermögen anvertrauen.

          Trade Republic unterhält keine Filialen und besitzt keine Tresore, das Unternehmen ist ein Broker, das heißt, es vermittelt Geschäfte an der Börse. Und das alles über eine Smartphone-App, was die Sache bequem macht und vor allem: für die Kunden kostenlos. Sie können Aktien kaufen und verkaufen, ohne einen Cent Provisionen dafür zu bezahlen, auch das Depot ist gratis. „Wir demokratisieren den Zugang zum Kapitalmarkt“, gibt Hecker den Visionär: „Mit unserer App kann jeder einfach, mobil und provisionsfrei sparen, investieren und handeln.“ Nur, womit verdient die Firma dann ihr Geld? Ganz einfach. Mit der Rückvergütung der Handelsplätze, also der Börsen. Die erstatten einen Betrag, wenn der Broker ein Geschäft über sie abwickelt. Für gewöhnliche Banken sind das Brosamen, Peanuts, für Hecker ist es der Profit. „Entscheidend ist, dass die IT und die Prozesse im Hintergrund günstig sind“, sagt er. „Wir arbeiten zehnmal effizienter als viele traditionelle Banken.“ Er ersetzt freilich nicht die ganze traditionelle Bank, so hat das Start-up kein Girokonto im Angebot. „Es wird immer zwei Arten von Banken geben, solche für die Zahlungsabwicklung und solche wie wir: für die Vermögensverwaltung.“ Dabei spielen die turbulenten Zeiten an den Märkten den Berlinern derzeit in die Hände: „Wir sehen vermehrte Aktivitäten, wie immer in volatilen Phasen.“ Seine Zielgruppe fasst Hecker weit; „nicht nur der 20-jährige BWL-Student“, auch Ältere entdecken mit der App die Börse für sich: „Ein Drittel unserer Kunden kauft über uns die allererste Aktie in ihrem Leben.“

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