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Telemedizin : Online-Arzt expandiert nach Deutschland

Zava-Geschäftsführer David Meinertz freut sich auf die Expansion seines Unternehmens nach Deutschland. Bild: obs

Die Online-Arztpraxis Zava bekommt eine Millionen-Finanzspritze. Damit will sie ihre Geschäfte in Deutschland ausbauen.

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          Die Online-Arztpraxis Zava, besser bekannt unter ihrem Gründungsnamen Dr. Ed, will ihre Geschäfte in Deutschland im großen Stil ausbauen. Noch in diesem Sommer will die Firma, die ihre Dienste mit 190 Mitarbeitern bisher von London aus und ausschließlich für Selbstzahler anbietet, eine eigene Praxis in Hamburg eröffnen. Dort sollen zunächst fünf angestellte Ärzte per E-Mail, Telefon und Video-Sprechstunde Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet telemedizinisch behandeln und Rezepte ausstellen. Die Expansion wird von dem niederländischen Fonds HPE Growth finanziert, der sich mit 28 Millionen Euro an Zava beteiligt. Es ist seit der Gründungsphase des Unternehmens die erste Kapitalzufuhr von außen. Die Partnerschaft, von der die F.A.Z. vorab erfahren hat, soll an diesem Donnerstag offiziell bekanntgemacht werden.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Die Telemedizin wird in Deutschland endlich Teil der Regelversorgung“, erläutert der aus Hamburg stammende Gründer und Geschäftsführer David Meinertz den Schritt. Er musste 2010 nach Großbritannien ausweichen, weil die Regeln in Deutschland eine Arztbehandlung ausschließlich aus der Ferne nicht erlaubten. Außerdem können Apotheken Rezepte von Online-Praxen ablehnen. Inzwischen sind Fernbehandlungen nach der Musterberufsordnung der Ärzte erlaubt, die Einschränkung bei den Apotheken soll fallen. Die Krankenversicherungen haben angefangen, telemedizinisch erbrachte Leistungen zu bezahlen.

          Dr. Ed war anfangs auf Sexualmedizin spezialisiert. Bis heute zählen Verhütung und Erektionsstörungen zu den häufigsten Behandlungsfeldern, dazu kommen chronische Erkrankungen wie Asthma und Bluthochdruck. Nach Meinertz’ Plänen sollen die Online-Ärzte künftig rund 200 verschiedene Krankheiten behandeln und damit die klassische Hausarztversorgung ergänzen.

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