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F.A.Z. exklusiv : Satellitenhersteller OHB geht beim Galileo-Auftrag leer aus

„Galileo“ ist eines der wichtigen Zukunftsprojekte Europas. Bild: dpa

Den Zuschlag für den Aufbau der zweiten Generation des europäischen Satellitennavigationssystems bekommen Airbus und Thales.

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          Der deutsche Satellitenhersteller OHB geht beim Aufbau der zweiten Generation des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo leer aus. Den Zuschlag für den Bau von zwölf Satelliten mit einem Auftragsvolumen von mehr als 1 Milliarde Euro sollen nach Informationen der F.A.Z. der deutsch-französische Airbus-Konzern und die italienisch-französische Thales Alenia Space erhalten.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Die drei beteiligten Unternehmen seien informiert, heißt es in Brüssel. Offiziell werde die Entscheidung aber erst am 29. Januar mitgeteilt.

          Für OHB ist die Entscheidung der Kommission nicht nur in finanzieller Rückschlag, sondern auch ein Schaden für das Prestige. Der börsennotierte Familienbetrieb aus Bremen hat Galileo aufgebaut und ist damit bekannt und groß geworden.

          Deutschland profitiert von Airbus-Auftrag

          Die EU will die ersten Satelliten der zweiten Generation Ende 2024 ins All schießen. Der zuständige EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton hatte das Datum zwei Jahre vorgezogen, um im Wettbewerb mit dem amerikanischen GPS und dem chinesischen Beidou nicht ins Hintertreffen zu geraten.

          Die zweite Galileo-Generation soll einen stärkeren und genaueren Empfang ermöglichen. So sollen auch für private Nutzer eine Genauigkeit von 5 Zentimetern und weniger möglich sein.

          Der in Brüssel von Industrievertretern geäußerte Verdacht, der Franzose Breton habe bei der Vergabe des Auftrags Unternehmen mit französischer Beteiligung bevorzugt, wurde von der EU-Kommission strikt zurückgewiesen. Das Angebot von OHB sei in mehrfacher Hinsicht klar schlechter als die Angebote der beiden Konkurrenten gewesen. Das habe die von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA erstellte unabhängige Analyse klar ergeben. Im übrigen profitiere der Industriestandort Deutschland stark von dem Airbus-Auftrag.

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